News, Unternehmer, Wirtschaft

Jeff Bezos treibt Lithium-Offensive voran

Uhr
Jeff Bezos

Teilen per:

Jeff Bezos ist zwar nicht der einzige Tech-Milliardär, der in klassische Industrien und internationale Rohstoffmärkte investiert, aber vielleicht einer der bekanntesten. Mit seinem Startup KoBold Metals startet er jetzt im Kongo eine sehr ambitionierte 50-Millionen-Dollar-Offensive zum Finden und Abbauen von Lithium. Dabei helfen ihm neu entwickelte Sensoren, moderne Datensysteme wie KoBold TerraShed® und Vorhersagemodelle (KoBold Machine Prospector®) sowie ein einzigartiges Team aus Geologen, Datenwissenschaftlern und Softwareentwicklern erster Güte. Sein Voranpreschen nimmt Wettbewerbern den Wind aus den Segeln und sorgt prompt für Ärger.

Jeff Bezos und Bill Gates: 2 Tech-Giganten im Rohstoffgeschäft

Jeff Bezos ist vor allem als Gründer von Amazon bekannt und zählt zu den einflussreichsten Unternehmern der Welt. In den letzten Jahren hat er auch in andere Branchen investiert und setzt dabei vor allem auf Zukunftstechnologien und nachhaltige Ressourcen. Bill Gates, der Mitgründer von Microsoft, ist ebenfalls eine bekannte Größe in der Wirtschaftswelt, der sich seit Jahren für den Klimaschutz einsetzt. Beispielsweise investiert er in Unternehmen, die Lösungen für die Dekarbonisierung entwickeln. Daraus ergab sich die Zusammenarbeit mit Jeff Bezos beim Startup KoBold Metals. Diese Firma bietet ein strategisch passendes Konzept für den Gewinn von Rohstoffen für moderne Energiesysteme bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Klimaschutzes.

Jeff Bezos

Fokus auf datengetriebene Rohstoffsuche

Jeff Bezos setzt mit seinem 2018 gegründeten Unternehmen KoBold Metals auf moderne Technik und die Expertise von hochqualifizierten Spezialisten. Vor allem nutzt er jedoch KI, um bislang unentdeckte Lagerstätten effizient aufzuspüren. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass die Rohstoffsuche besonders präzise, schnell und kosteneffizient vonstattengeht. Noch dazu kombiniert es geologische Daten mit der KI, um die vielversprechendsten Standorte leichter identifizieren zu können.

Jeff Bezos kennt die strategische Bedeutung von Lithium

Jeff Bezos setzt mit der Investition gezielt auf Lithium, weil er erkannt hat, dass es sich dabei um einen der wichtigsten (und seltensten) Stoffe der Gegenwart handelt. Auf der Unternehmenswebsite von KoBold Metals erklärt er ganz nüchtern, dass die Wirtschaft der Zukunft davon abhängt, dass weitere kritische Mineralien gefunden werden, doch die Branche dabei immer schlechter wird. Dabei mangelt es gar nicht an Metall, sondern an Informationen. Seine Lösung: KoBold kombiniert KI und menschliches Fachwissen, um schneller neue Vorkommen zu entdecken.

Lithium spielt sowohl in der Elektromobilität, bei technischen Geräten sowie in der Medizin eine Rolle. Zu den wichtigsten Einsatzbereichen gehören:

  • Batterien für Elektrofahrzeuge
  • Energiespeicher für erneuerbare Energien
  • Unterhaltungselektronik wie Smartphones und Laptops
  • medizinische Nutzung, etwa in der Psychiatrie (bipolare Störungen) oder bei der Behandlung von Long Covid

Investition in den Kongo als Schlüsselregion

Mit den technischen Mitteln von KoBold konnte Jeff Bezos bereits 2024 große Kupfervorkommen in Sambia entdecken, wo vermutlich Anfang 2030 die Produktion in der Mine stattfinden wird. Auch Kupfer ist ein wertvoller Rohstoff, der für die Produktion von E-Autos, Smartphones und Windräder genutzt wird. Im Kongo war KoBold bisher noch nicht aktiv, doch die Demokratische Republik Kongo ist für ihre reichen Kobalt-Vorkommen bekannt. Dank der 50-Millionen-Dollar-Investition und der hochwertigen Technologie sind die Erfolgschancen zum Auffinden lohnenswerter Lithium-Vorkommen deutlich besser als die Chancen mit klassischen Hilfsmitteln.

Jeff Bezos im Wettbewerb mit globalen Bergbaukonzernen

KoBold Chef Kurt House erklärt lt. Reuters, dass das Unternehmen damit das ehrgeizigste Mineralexplorationsprogramm startet, das jemals in Angriff genommen wurde. Damit liegt KoBold im Zeitplan zwar hinter der bereits tätigen Konkurrenz, hat jedoch dennoch seiner Ressourcen dennoch gute Karten. Durch luftgestützte Vermessungen, groß angelegte geochemische Probeentnahmen und ein mobiles Labor soll die Exploration beschleunigt werden.

Wer interessiert sich sonst noch für die Lithium-Vorkommen im Kongo?

Erwähnenswerte Wettbewerber sind:

  • AVZ Minerals, Australien
  • Zijin Mining, China
  • Nationale staatliche Bergbaugesellschaften
  • Internationale Rohstoffinvestoren und Technologieunternehmen

KoBold vs. AVZ Minerals

Zijin wird bereits im Juni 2026 mit der ersten Lithiumproduktion in Manono beginnen. AVZ Minerals hat bereits 2025 einen Deal mit der Regierung über die südliche Region von Manono abgeschlossen, während Zijin im Norden tätig ist, doch nachdem KoBold auf den Plan getreten ist und mit der Regierung eine Vereinbarung über die Erschließung des südlichen Abschnitts der Manono-Lithium- und Zinnlagerstätte zu erschließen, versucht AVZ Minerals rechtlich dagegen anzugehen. Das Schiedsverfahren um die Rechte an der Lagerstätte, die Lizenzen und Eigentumsrechte ziehen sich schon einige Zeit hin und sind momentan noch nicht abgeschlossen.

Jeff Bezos

Jeff Bezos und Bill Gates: Strategien und Ziele

Jeff Bezos hat sich nicht explizit zu seinem Investment geäußert, da er jedoch mit KoBold langfristige Strategien zur Förderung nachhaltiger Technologien plant, dürfte auch die Investition im Kongo dahingehend interpretiert werden. Bill Gates ist laut seiner Investmentplattform Breakthrough Energy ebenfalls daran interessiert, neue Wege zu finden, um kritische Materialien effizient und umweltfreundlich zu erschließen. Bekanntermaßen sehen beide Investoren in der von KoBold durchgeführten datengetriebenen Exploration eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Energieversorgung. Ob das geplante Projekt im Kongo erfolgreich sein wird, hängt nicht nur von der eingesetzten (oder noch zu entwickelnden) Technologie ab, sondern auch von den politischen Rahmenbedingungen und den globalen Marktentwicklungen. Dank der erfahrenen und finanzkräftigen Investoren wie Jeff Bezos und Bill Gates darf das Unternehmen jedoch optimistisch in die Zukunft blicken.

Bildnachweise:

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Patrick Fallon

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ted S. Warren

picture alliance / J. Scott Applewhite/AP/dpa | J. Scott Applewhite

Melden Sie sich für den Newsletter an

Erhalten Sie jede Woche geballtes Wirtschaftswissen und News kostenfrei per E-Mail.

Weitere Artikel

Binod Chaudhary

Binod Chaudhary – Der beeindruckende Aufstieg des reichsten Nepalesen

Unternehmer
Sam Altman

Sam Altmann: Angriffe auf den OpenAI-CEO eskalieren

News, Unternehmer
Issad Rebrab

Issad Rebrab – der Industriemogul hinter Cevital

Unternehmer

Beliebteste Artikel

Steigende Bestattungskosten – Eine zunehmende finanzielle Belastung

News, Wirtschaft
Russland, Moskau: Von der Moskwa aus sind hinter der Brücke der Kreml und das Hochhaus- und Geschäftsviertel Moskwa City (Hintergrund) zu sehen.

Russland untersagt Verkauf von Raiffeisen-Tochter

Welt, News, Unternehmen, Wirtschaft
Als Nestlé-Europachef informierte Laurent Freixe (r) 2012 über das geplante Nestlé-Werk für Kaffekapseln in Schwerin, zusammen mit dem damaligen Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD, l)

Nestlé-CEO Mark Schneider tritt zurück

Wirtschaft, News, Unternehmen