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Rückbau der Digitalisierung: So verschlanken Sie Ihre Softwarelandschaft

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Rückbau Digitalisierung

adha // Adobe Stock (mithilfe von KI generiert)

Zu viele Software-Tools im Unternehmen beeinträchtigen die Effizienz und sind teuer. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Systemlandschaft auf ein sinnvolles Maß zurückbauen.

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Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren neue digitale Werkzeuge angeschafft. Die erhoffte Effizienzsteigerung stellt sich aber nicht ein. Stattdessen klagen Mitarbeiter über Systembrüche, Doppeleingaben und eine unüberschaubare Anwendungsvielfalt. Hier setzt der Rückbau der Digitalisierung an. Gemeint ist damit nicht die Rückkehr zu Papier und Bleistift, sondern eine bewusste und geordnete Reduktion der Softwarelandschaft auf das, was dem Unternehmen tatsächlich dient. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wo Sie ansetzen können. 

Woran erkennt man eine überfrachtete Systemlandschaft im Unternehmen? 

Ob Ihr Unternehmen unter einer zu komplexen Systemlandschaft leidet, zeigt sich im Alltag häufig an konkreten Symptomen. Achten Sie beispielsweise auf folgende Hinweise: 

  • Ihre Mitarbeiter pflegen Kundendaten oder Auftragsinformationen mehrfach in unterschiedlichen Systemen.
  • Der Austausch zwischen zwei Abteilungen erfordert manuelle Datenexporte und -importe, E-Mail-Anhänge und Excel-Listen, weil Tools nicht miteinander vernetzt sind.
  • Sie zahlen monatliche Lizenzgebühren für Anwendungen, deren Nutzung Sie nicht konkret benennen können.
  • Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verzögert sich, weil sie vor allem die Bedienung diverser Insellösungen erlernen müssen, anstatt sich auf fachliche Aufgaben zu konzentrieren.

Treffen solche Punkte auf Ihr Unternehmen zu, ist eine digitale Verschlankung empfehlenswert. 

Wie starten Unternehmen einen strukturierten Rückbau der Digitalisierung? 

Der Rückbau der Digitalisierung sollte einem klaren Ablauf folgen, der an die Gegebenheiten des Betriebs angepasst ist. Die folgenden drei Schritte haben sich in der Praxis bewährt: 

  1. Systeminventur: Erfassen Sie lückenlos alle Software-Anwendungen, die im Unternehmen genutzt werden – auch jene, die einzelne Fachbereiche ohne zentrale Freigabe eingeführt haben („Schatten-IT“). Die dadurch entstehende Liste ist oft länger als erwartet und bildet die Basis aller weiteren Entscheidungen.
  2. Nutzungsanalyse und Relevanzprüfung: Bewerten Sie jedes Tool nach zwei objektiven Kriterien: der tatsächlichen Nutzungshäufigkeit und der Geschäftskritikalität. Eine Spezialsoftware, die nur noch zweimal im Jahr gebraucht wird, verdient beispielsweise einen anderen Stellenwert als die Warenwirtschaftslösung, ohne die der Tagesbetrieb stillsteht.
  3. Geplante Zusammenführung und Abschaltung: Führen Sie funktional ähnliche Anwendungen zusammen. Kündigen Sie Lizenzen für Programme, die weder strategisch notwendig noch ausreichend in Verwendung sind. Dabei geht es nicht um einen „Kahlschlag“, sondern um ein schrittweises, überlegtes Ausdünnen.

Der gesamte Prozess dauert je nach Betriebsgröße einige Wochen bis wenige Monate. 

Welche Anwendungen sollten bevorzugt reduziert oder konsolidiert werden? 

Nicht jede Software ist gleichermaßen ein Kandidat für den Rückbau der Digitalisierung. Priorität sollten jene Bereiche haben, in denen die Redundanz am offensichtlichsten ist und die Vereinfachung den größten Effekt erzielt. Oftmals sind das: 

  • Kommunikationstools: Oft existieren parallel ein interner Chat, ein E-Mail-Programm, ein Videokonferenzdienst und eine Projektkommunikation im Aufgabenboard. Reduzieren Sie auf zwei, maximal drei klar definierte Kanäle.
  • Dateispeicher: Abteilungsspezifische Ablagen, Cloud-Speicher und private Laufwerke führen zu Versionierungschaos. Ein gemeinsames, gut strukturiertes System (zum Beispiel ein Dokumentenmanagementsystem) ersetzt viele Einzellösungen.
  • Nischenanwendungen mit geringer Nutzerzahl: Eine Branchensoftware, die nur eine Person nutzt, kann häufig durch ein Standardmodul Ihres ERP-Systems ersetzt werden, sofern die Kernfunktionen ausreichen.

Bei der Entscheidung helfen zwei einfache Fragen: Können wir die gleiche Aufgabe mit einem bereits vorhandenen Werkzeug erledigen? Und: Welcher Schaden entsteht, wenn wir dieses Tool morgen abschalten? 

Wie bereitet man die Mitarbeiter auf den Rückbau der Digitalisierung vor? 

Jede Veränderung in der gewohnten Werkzeugumgebung ruft zunächst Skepsis hervor. Mitarbeiter haben Zeit investiert, um sich in bestimmte Programme einzuarbeiten. Nun fürchten sie möglicherweise einen Kompetenzverlust oder schlicht die Umgewöhnung. Ohne Akzeptanz im Team wird die digitale Verschlankung jedoch scheitern. 

Binden Sie daher ausgewählte Schlüsselpersonen aus den Fachabteilungen früh in die Planung ein. Besprechen Sie mit ihnen die Liste der identifizierten Anwendungen und holen Sie sich deren Einschätzung zu Nutzung und Entbehrlichkeit. Wer an der Entscheidung beteiligt war, trägt das Ergebnis eher mit. 

Kommunizieren Sie zudem den Nutzen der Vereinfachung deutlich: weniger Doppelarbeit, weniger Unterbrechungen durch ständige Systemwechsel und mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben. Eine kurze, praxisnahe Schulung auf die verbleibenden Anwendungen vereinfacht den Übergang. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Der Rückbau der Digitalisierung ist eine wichtige Maßnahme, die Komplexität in der Softwarelandschaft abbaut und die Produktivität steigert.
  • Anzeichen für Handlungsbedarf sind Doppeleingaben, eine unüberschaubare Zahl an Anwendungen und steigender Frust bei der täglichen Arbeit mit IT-Systemen.
  • Ein bewährter Dreiklang aus Inventur, Nutzungsanalyse und gezielter Konsolidierung führt zu einer spürbaren Entlastung von Mitarbeitern und Budget.
  • Priorität beim Abbau haben redundante Kommunikationswerkzeuge, fragmentierte Dokumentenablagen und Nischenanwendungen mit geringer Nutzerzahl.
  • Die frühzeitige Einbindung der Belegschaft und transparente Kommunikation sind entscheidend für die Akzeptanz der digitalen Reduktion.

Fazit 

Der systematische Rückbau der Digitalisierung ist kein Rückschritt, sondern ein Ausdruck unternehmerischen Augenmaßes. Sie gestalten eine IT-Landschaft, die Ihren Betrieb nicht länger mit unnötiger Komplexität belastet, sondern die Abläufe so unterstützt, wie es für das Unternehmen sinnvoll ist. Wer seine Software-Ausstattung wieder auf das Wesentliche zuschneidet, gewinnt an Beweglichkeit, senkt Fixkosten und macht den Arbeitsalltag für alle Beteiligten einfacher.

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