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John Paul DeJoria: Von der Obdachlosigkeit auf die Forbes-Liste

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John Paul DeJoria

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John Paul DeJoria hatte von allen Milliardären der Forbes-Liste wohl einen der härtesten Starts ins Unternehmerleben . Dafür steht er jedoch wie keine anderer als Symbol dafür, was man erreichen kann, wenn man an sich selbst glaubt und seine Ziele unbeirrt verfolgt. John Paul DeJoria lebt den amerikanischen Traum – nur nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom Obdachlosen zum Milliardär. Sein Motto: „Whatever you do, if you try and do it better than anyone else, it’s amazing how things just start falling your way.“ („Was auch immer Sie tun, wenn Sie versuchen, es besser zu machen als alle anderen, ist es erstaunlich, wie sich die Dinge plötzlich zu Ihren Gunsten entwickeln.“)

John Paul DeJorias Job-Odyssee: Vom Pfandflaschensammler zum Firmeninhaber

John Paul DeJoria wuchs in schwierigen Verhältnissen als Sohn von Einwanderern in Los Angeles auf. Seine Mutter war Griechin, der Vater Italiener. Bei der Scheidung der Eltern war John erst zwei Jahre alt. Die Mutter versuchte, ihre beiden Söhne alleine durchzubringen und lebte von der Hutherstellung – zeitweise war die Familie sogar obdachlos, was dazu führte, dass John bereits mit 9 Jahren zum Lebensunterhalt beitrug, indem er von Tür zu Tür zog und Grußkarten verkaufte. Schon von diesem ersten Job an, gab er seine gesamten Einnahmen seiner Mutter und mit diesen ersten Aktivitäten legte er nicht nur den Grundstein für seine Expertise im Verkauf, sondern die Chance, später für seine Firmengründung das benötigte Startkapital von seiner Mutter zu leihen. Zu seinen weiteren Gelegenheitsjobs gehörten beispielsweise auch Lieferjunge, Tankwart, Hausmeister, Aushilfe in einer Reinigung, Zeitungsausträger sowie das Sammeln von Pfandflaschen. Und ganz „nebenbei“ besuchte er noch die Schule, wo ihm die Lehrer jedoch keine große Zukunft vorhersagten, und war zu allem Überfluß auch noch Mitglied einer Gang.

John Paul DeJoria

John Paul DeJoria auf der Zielgeraden zur Unternehmensgründung

Nach seinem Highschool-Abschluss 1962 trat John Paul DeJoria der US-Marine bei, wo er letztendlich ehrenhaft entlassen wurde, bevor er sich auf seine Verkaufsfähigkeiten besann diese in unterschiedlichen Tätigkeiten anwandte. Seine Methoden waren bei der jeweiligen Geschäftsleitung allerdings nicht so gern gesehen, was immer wieder zu seiner Entlassung führte. Mit seinem Eintritt in die Beauty- und Hair- Vertriebsbranche kam dann die große Chance. Zusammen mit seinem Freund und Frisör Paul Mitchell gründete er 1980 sein erstes Unternehmen. Das Startkapital von nur 700 Dollar erhielt er teilweise dafür von seiner Mutter. Heute gehören Produkte von „John Paul Mitchell Systems“ zu einer der größten, weltweit vertriebenen Haarpflegemarke. Darüber hinaus gründete er 1989 zusammen mit Paul Mitchell und Martin Crowley die „Patrón Spirit Company“, die den berühmten Patrón Tequila sowie den Ultimat Vodka und Pyrat Rum herstellt. Auch damit ist die Spitze des Erfolgs jedoch noch immer nicht erreicht, denn zudem beteiligte er sich danach noch an unterschiedlichen Erdgas- und Solarenergieprojekten.

John Paul DeJoria: Vermögensstatus & Vermögensquellen

John Paul DeJorias Vermögen wird von Forbes mittlerweile auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar geschätzt und setzt sich aus verschiedenen Einkünften und Unternehmensanteilen zusammen. Dazu gehören vor allem die Anteile an seinen beiden Unternehmen John Paul Mitchell Systems und Patrón Spirits, das bereits 2018 für ungefähr 5,1 Milliarden US-Dollar an Bacardi verkauft wurde. Weitere Vermögenspositionen sind seine Investments und Beteiligungen im Bereich Immobilien und Unternehmen sowie die Kapitalerträge seiner Projekte – hinzu kommen diverse Lizenz- und Markenrechte.

Das Erfolgsgeheimnis John Paul DeJorias

Auf seinem Weg zum Erfolg waren John bereits von Kindesbeinen an verschiedene Hindernisse in den Weg gelegt worden: die Obdachlosigkeit und Armut waren schlechte Grundvoraussetzungen. Seine Lehrer glaubten nicht an ihn und prophezeiten im ein erfolgloses Leben. Gleichzeitig war er jedoch mit einer mentalen Stärke und dem unbändigen Willen ausgestattet, etwas zu erreichen. Hartnäckig, diszipliniert und mit einer großen Portion Selbstvertrauen ging er unbeirrbar den steinigen Weg zum Erfolg. Auch wenn er häufig aus Jobs entlassen wurde, weil seine Methoden nicht zur Unternehmensphilosophie passten, sah er diese Rückschläge jedes Mal als Chance, es neu und anders zu machen. In einem Interview mit der Horatio Alger Association erklärt er, dass er nie das Vertrauen in sich selbst verloren hat. Sein Erfolgstipp: „Ihr Ideal sollte es sein, immer Ihr Bestes zu geben und der Beste in dem zu sein, was Sie tun ( …) Wenn Sie Hausmeister sind, sollten Sie der beste Hausmeister sein, den es je gab. Das ist Erfolg.“

John Paul DeJoria und seine Geschäftsstrategie

Abgesehen von seinem positiven Mindset, seiner Motivation, Disziplin und dem großen Selbstvertrauen, gehörten auch seine angeborenen und verfeinerten Talente als Verkaufsgenie zu seiner Erfolgsstrategie.

Darauf setzte er:

  • Beziehungspflege und Networking. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Friseuren konnte er auch große Händler für seine Produkte interessieren.
  • Er nutzte nur hochwertige Produkte und legte Wert auf eine starke Markenidentität.
  • Wichtig war ihm auch der Exklusivvertrieb über die Salons.
  • Er war überaus geduldig beim Kapitalaufbau und ging einen Erfolgsschritt nach dem anderen.
  • Bei Patrón setzte er sich dem damaligen Branchentrend der Billigprodukte entgegen und etablierte seinen Tequila als Premiumprodukt. Ein in diesem Bereich überaus lukrativer Ansatz, der sich bezahlt machte!

John Paul DeJoria

Was unterscheidet John Paul DeJoria von anderen Milliardären?

John Paul DeJoria arbeitete sich von ganz unten nach ganz oben. Ohne Erbschaften, die ihm den Rücken stärkten oder finanzstarke Geldgeber. Sein Kapital waren seine Skills und sein unbeugsamer Wille. Bodenhaftung? Hatte er. Nach der Gründung seines ersten Unternehmens lebte er sogar zeitweise im Auto, ernährte sich von $ 2,50 pro Tag und übernahm die Werbung für seine Produkte selbst, indem er von Salon zu Salon ging, um Kunden zu gewinnen. Bei seinen Unternehmen und Investitionen legt er Wert auf Fairness und Nachhaltigkeit und bietet somit bei John Paul Mitchell Systems tierversuchsfreie Produkte an. Außerdem unterstützt er seit der Unternehmensgründung über 1.000 philanthropische Organisationen und Charity Projekte. John Paul DeJoria zeigt nicht nur, dass der American Dream funktioniert, sondern auch, wie man ihn mit einer großen Portion Durchhaltevermögen und sozialer Verantwortung lebt.

Bildnachweise:

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