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Hat SEO 2026 ausgedient? So verändern Googles KI-Antworten das Online-Marketing

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SEO 2026

Aksana Kavaleuskaya // Adobe Stock

Ist SEO 2026 noch relevant? Immerhin beantwortet KI mittlerweile einen Großteil der Fragen von Suchenden. Lesen Sie, wie sich das Online-Marketing dadurch verändert!

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Seit dem Frühjahr 2025 gibt es hierzulande die „AI Overviews“ von Google. Wer in der Suchmaschinenoptimierung arbeitet, hat dadurch eine einschneidende Veränderung erlebt, die sich in messbaren Zahlen widerspiegelt: Impressionen steigen, Klickraten fallen. Für Unternehmen stellt sich damit eine ganz konkrete Frage: Lohnt sich SEO 2026 überhaupt noch, wenn die künstliche Intelligenz Antworten direkt im Suchergebnis liefert? Ein nüchterner Blick auf die Fakten.

Wie verändert der Google AI Mode das Suchverhalten von Menschen?

Googles KI-Übersicht mit dem zugehörigen KI-Modus wurde im Laufe des Jahres 2025 weltweit ausgerollt. Im Dezember 2025 zählte das konversationale Suchinterface bereits über 75 Millionen täglich aktive Nutzer (Quelle). Den Effekt kennt jeder Internetnutzer aus der Praxis: Statt zehn blauen Links erscheint zunächst eine synthetisierte Antwort. Wer hier als Quelle zitiert wird, gewinnt Sichtbarkeit. Wer unzitiert bleibt, ist in diesem neuen Kanal schlicht nicht relevant.

Das trifft vor allem informationsorientierte Inhalte hart. Bei Anfragen wie „Was ist Content Marketing?“ oder „Wie funktioniert SEO?“ liefert die KI direkt eine Antwort. Studien zeigen, dass bei rein informativen Suchanfragen der Traffic auf Webseiten dadurch um 30 bis 90 Prozent einbrechen kann (Quelle). In informationslastigen Branchen wie Gesundheit werden bei bis zu 82,5 Prozent aller Suchanfragen mittels KI-Übersichten beantwortet (Quelle). Im E-Commerce dagegen liegt dieser Anteil nur bei rund zwei Prozent (Quelle). Die Auswirkungen des KI-gestützten Online-Marketings treffen also nicht alle Branchen gleich.

Lohnt sich SEO 2026 noch, wenn KI die Klicks frisst?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, welche Art von Content ein Unternehmen bisher produziert hat. Generische Ratgeberartikel, die Standardfragen beantworten, werden von KI-Antworten abgelöst. Wer sein Online-Marketing auf solche Inhalte aufgebaut hat, muss seine Strategie überdenken.

Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten eine überraschende Entwicklung: Die Besucher, die trotz KI-Übersichten noch auf eine Website klicken, sind deutlich kaufbereiter beziehungsweise konversionsstärker. Sie haben die Informationsphase bereits abgeschlossen – die KI hat die Vorarbeit erledigt. Der Traffic wird weniger, aber hochwertiger. Laut einer Ahrefs-Studie konvertieren Besucher, die über KI-Plattformen auf eine Website gelangen, 23-mal häufiger als klassische organische Suchbesucher (Quelle). Für viele Unternehmen ist das unter dem Strich sogar eine Verbesserung der Conversion-Rate, sofern die Website selbst überzeugt.

Hinzu kommt: Transaktionale Suchanfragen wie „SEO-Agentur München beauftragen“ oder „ERP-Software kaufen“ lösen kaum KI-Übersichten aus. Klassisches SEO funktioniert in diesen Bereichen weiterhin. Die Suchmaschinenoptimierung stirbt 2026 also nicht, sie spaltet sich:

  • Informationeller Content verliert organische Klicks deutlich und muss kritisch hinterfragt werden.
  • Transaktionaler Content bleibt von der KI-Thematik weitgehend unberührt.
  • Marken-Keywords lösen ebenfalls fast nie AI Overviews aus und bleiben stabile Traffic-Quellen.

Wie müssen Unternehmen ihre SEO-Strategie 2026 konkret ändern?

Der Begriff „Search Everywhere Optimization“ beschreibt, wohin die Reise geht: KI-gestützte Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity und Googles eigener AI Mode müssen genauso berücksichtigt werden wie klassisches Google-Ranking. Wer als Quelle in KI-Antworten zitiert werden will, muss denselben Grundlagen folgen, die gutes SEO schon immer ausmachten: technische Sauberkeit, klare Inhaltsstruktur, verlässliche externe Verweise und nachweisbare Expertise.

Google selbst bestätigt in seiner eigenen Dokumentation, dass Websites mit einer starken SEO-Basis häufiger in KI-Übersichten auftauchen. Daten von Ahrefs zeigen, dass 76,1 Prozent aller in KI-Übersichten zitierten URLs gleichzeitig in den Top-10-Ergebnissen der organischen Suche ranken (Quelle). Klassische SEO-Arbeit zahlt damit doppelt ein: auf das organische Ranking und auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten.

Was in puncto SEO 2026 nun konkret zu tun ist:

  • Inhalte müssen echte, menschliche Erfahrungen, Meinungen und Expertise zeigen, denn genau das kann KI nicht replizieren (Google gewichtet das E-E-A-T-Kriterium „Experience“ stärker als je zuvor).
  • Strukturierte Daten und semantisch sauberes HTML helfen sowohl klassischen Crawlern als auch KI-Systemen, Inhalte korrekt zu interpretieren.
  • KI-freundliche Texte (zum Beispiel W-Fragen mit klaren, zielgruppengerechten Antworten) steigern den Erfolg.
  • Markenaufbau auf mehreren Plattformen, also Erwähnungen auf YouTube, relevanten Fachportalen und in Foren, verbessert die Chancen, in KI-Antworten zitiert zu werden.
  • Neue Kennzahlen einführen: Metriken wie die Klickrate verlieren an Aussagekraft. An ihre Stelle treten neue KPIs wie „Visibility in AI Overviews“ und „Inclusion Rate in generativen Antworten“.

Fazit: SEO ist 2026 nicht obsolet, verändert sich aber grundlegend

Die Einführung von Googles AI Mode macht die Suchmaschinenoptimierung weder überflüssig noch einfacher. Er verschiebt die Anforderungen. Massenware ohne inhaltliche Tiefe hat schon länger keine Chance mehr auf gute Rankings. 2026 wird das endgültig offensichtlich. Was bleibt, ist der Kern guten Online-Marketings: Wer echte Expertise zeigt, seiner Zielgruppe tatsächlich Mehrwert bietet und technisch sauber arbeitet, wird auch von KI-Systemen als relevante Quelle wahrgenommen. Unternehmen, die jetzt ihre Strategie von reinem Traffic-Denken auf Autorität und Qualität umstellen, sichern sich eine Positionierung, die sowohl im klassischen als auch im KI-gestützten Suchgeschäft trägt. Wer dagegen auf günstige KI-generierte Texte in großer Menge setzt, riskiert den eigenen Bedeutungsverlust.

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