Sara Blakely verkaufte tagsüber in Florida Faxgeräte von Tür zu Tür und experimentierte abends mit ihrer Idee: Ohne praktische Erfahrung mit der Schneiderei wollte sie eine formende Unterwäsche entwerfen. Im Alter von 27 Jahren und mit lediglich 5.000 Dollar Ersparnissen plante sie nach einem Umzug nach Atlanta den Verkaufsstart ihres Produkts. Heute ist Sara Blakely dank der Gründung Ihres Unternehmens Spanx eine der bekanntesten Selfmade-Milliardärinnen der USA.
Sara Blakelys beruflicher Werdegang
Als Kind eines Anwalts und einer Artistin wuchs Sara in Clearwater, Florida auf und besuchte nach dem Abschluss der dortigen Highschool die Florida State University mit einem Abschluss in Kommunikation. Da sie den Aufnahmetest für die Law School nicht bestand, arbeitete sie 3 Monate in Disneyland bevor sie für die Firma Danka Faxgeräte an der Haustür verkaufte. Hier stieg sie zur nationalen Verkaufstrainerin auf. Schon als Kind hatte sie jede Gelegenheit genutzt, ein paar Dollar zu verdienen, beispielsweise mit einem selbstgebauten Spukhaus an Halloween, für das sie Eintritt von den Nachbarn verlangte. Oder mit Babysitting im Clearwater Beach Hilton. Oder als Platzanweiserin in Disney World. Dann erst bewarb sie sich auf eine Werbeanzeige der Firma Danka, für die sie Faxgeräte verkaufte. Bei allen Job kam ihr eine Sache besonders gelegen: ihr angeborenes Kommunikationstalent.
Die zündende Idee für Ihren Erfolg
Die Hitze Floridas in Kombination mit ihrem Job, brachte Sara auf ihre Geschäftsidee. Als Verkäuferin musste sie gut aussehen und gut auftreten. Die Strumpfhosen, die sie allerdings unter ihrer Business-Kleidung trug, waren unbequem und die Nähte zeichneten sich unter den Hosen ab. Zudem konnte man bei den Sandalen oder High-Heels die Nähte an den Zehen sehen. Als sie zu einer Party eingeladen war, kaufte sie sich teure cremefarbene Hose und schnitt die Füße ihrer Strumpfhose ab, die sie darunter trug. Das funktionierte zwar, doch nun rollte sich die Strumpfhose ständig an den Beinen hoch. Dieses Problem beschäftigte sie und der Plan war geboren: Sie brauchte eine Unterwäsche, die es bisher noch nicht gab. Eine Marktlücke, die auch andere Frauen betraf: sie wollten eine glatte Silhouette, aber keine unbequeme Unterwäsche!
Sara Blakely und ihre Geschäftsstrategie
Sara Blakely hatte nur durch reine Beobachtung und persönliche Erfahrung eine wichtige Marktlücke entdeckt, die sie auszufüllen plante. Ohne entsprechende Vorbildung machte sie sich selbst daran, die Unterwäsche zu produzieren. Sie recherchierte Strumpfhosenpatente und suchte passende Stoffe in Bastelläden. Zudem besuchte sie trotz vieler Ablehnungen Strumpfwarenfabriken, um ihre Idee vorzustellen. Abweisungen war sie aufgrund der Haustürgeschäfte gewohnt, daher war das kein Grund für sie, aufzugeben. Und schließlich hatte sie Erfolg und konnte die Strumpfwarenfabrik Highland Mills in Charlotte, North Carolina für ihre Idee gewinnen. Ohne großes Budget, ohne Mitarbeiter oder Team und ganz ohne klassische Werbung überzeugte sie Einkäufer und Kunden durch eigenständige Produktpräsentation und persönliches Marketing selbst. Sie ließ sich auch selbst in ihrem Produkt für Werbematerial und Magazine ablichten. Damit hat Sara Blakely eindrucksvoll bewiesen, dass eine Innovation nicht immer technologisch sein muss. Auch neue Prozesse und Marken genügen, um ein Milliardenimperium aufzubauen.
Sara Blakely und das Vermögen hinter Spanx
Ausschlaggebend für den großen Durchbruch war die Tatsache, dass Sara ihre Unterwäsche an den Stylisten von Oprah Winfrey schickte. Daraufhin kürte Oprah im November 2000 die Spanx zu ihrem Lieblingsprodukt des Jahres. Bereits im ersten Verkaufsjahr erzielte Sara damit einen Umsatz von 4 Millionen Dollar, im zweiten bereits 10 Millionen Dollar. Und das alles mit dem geringen Einsatz von 5.000 Dollar Eigenkapital, mit dem sie in Atlanta ihr Business startete. Sie hatte weder notwendige Fachkenntnisse der Wäscheproduktion, noch einen Businessplan oder Investoren. Dennoch wurde sie bereits 2012 von Forbes als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt gelistet.
Vermögensstatus, Forbes-Rang & Vermögensquellen
2021 verkaufte Sara eine Mehrheitsbeteiligung an Spanx an Blackstone, nachdem sie lange 100% der Anteile selbst gehalten hatte, was für ein Start-up ungewöhnlich ist. Die Bewertung lag bei rund 1,2 Milliarden Dollar. Sie rangiert regelmäßig unter den Top 25 der „America’s Richest Self-Made Women“.
- Ihre Vermögenswerte setzen sich aus den Anteilen an Spanx sowie Investmentbeteiligungen, einem Anteil des NBA-Teams Atlanta Hawks sowie weiteren Vermögenswerten wie Immobilien zusammen.
- Ihr Vermögen wird von Forbes derzeit auf 1,4 Milliarden Dollar geschätzt.
- 2014 lag sie mit einem geschätzten Vermögen von 400 Millionen Dollar auf Platz 93 der bedeutendsten Frauen der Welt.
- 2019 stand sie auf Platz 23 von „America’s Richest Self-Made Women“
- 2025 stand sie auf Platz 2640 der Forbes-Liste
Was Sara Blakely von anderen Milliardärinnen unterscheidet
Sara Blakely startete mit einer Vision, die aus einem persönlichen Bedarf entstanden war. Ohne Nähkenntnisse, ohne große Rücklagen und mit wenig Zeit, da sie ihr Produkt neben ihrem Ganztagsjob entwickeln musste. Sie konnte weder auf ein Mitarbeiterteam noch auf Fremdkapital zurückgreifen, sondern behielt stattdessen konsequent die Kontrolle über alle Arbeiten, die sie selbst ausführte. Ablehnungen waren für sie kein Grund, aufzugeben. Damit steht sie für moderne junge Unternehmerinnen, die pragmatisch und resilient sind.
Sara Blakely als Inspiration
Sara Blakely ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch eine ungewöhnliche oder absurde Idee zum Verkaufshit werden kann. Sie zeigt, dass Kundennähe und Mut häufig mehr zählen als Technologie. Sara und ihre Erfolgsgeschichte machen sie zu einer der inspirierendsten Selfmade-Milliardärinnen unserer Zeit.
BIldnachweise:
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