Die allermeisten Milliardäre könnten dieser Tage völlig unerkannt durch belebte Fußgängerzonen laufen, da es sich bei diesen Menschen in aller Regel um die anonymen Kapitäne handelt, die ihr Unternehmen durch die Weiten der globalen Wirtschaft manövrieren. Einige wenige sind allerdings immer wieder durch unterschiedliche Engagements und Auftritte deutlich häufiger in den Medien vertreten und daher auch in der öffentlichen Wahrnehmung die Gesichter ihrer Unternehmen. So wie beispielsweise Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Elon Musk…oder eben Mark Cuban, der aufgrund seiner Funktion bei den Dallas Mavericks internationale Bekanntheit erlang hat, was ihm strategische Business-Entscheidungen mit seinem Unternehmen und ein stetiger Informationsvorsprung überhaupt erst ermöglicht haben.
Wissen als Risikokiller
Eine der tragenden Säulen, die Cuban zu einem Milliarden-Vermögen verholfen haben, ist seine fast schon obsessive Neugier. Der Mavericks-Mogul hat bereits sehr früh verstanden, dass ein adäquater Informationsvorsprung keineswegs nur als „nice to have“ angesehen werden sollte, sondern die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen darstellt. Cuban sieht eine Investition nur dann als Risiko an, wenn man diese ohne adäquate Vorbereitung tätigt. Mark Cuban studierte daher schon früh technische Handbücher, um diverse Problemlösungen herbeizuführen, die andere zur Verzweiflung brachten. Um verschiedenste Trends besser analysieren zu können, bevor sie von Mitbewerbern überhaupt wahrgenommen wurden, war ein solcher Informationsvorsprung unerlässlich. Aufbauend auf diesem Business-Mantra investierte Cuban nie in Industrien oder Projekte, die er nicht vollumfänglich verstand, was geneigte Zuschauer auch in der berühmten Show „Shark Tank“ beobachten konnten, in der er als Teil der Jury von Gründern, die sich um ein Investment bewarben, eine ebenso gewissenhafte Auseinandersetzung mit ihren Marktdaten erwartete.
Um diesen strategischen Vorteil dauerhaft zu sichern, orientierte sich Cuban an bestimmten Prinzipien:
- Ständiges Lernen als Skill – Cuban liest täglich stundenlang, um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.
- Recherche der Konkurrenz – Er analysiert Rivalen bis ins kleinste Detail, um deren Schwachstellen ausfindig zu machen.
- Daten als Basis – Entscheidungsfindung basiert bei ihm strikt auf Basis von Fakten und Mustern.
- Technologisches Verständnis – Cuban nutzt Werkzeuge wie KI selbst, um deren Potenzial aus erster Hand zu bewerten.
„Follow the Green, not the Dream“
Auch Cubans Einstellung zu Kapital im Allgemeinen unterscheidet sich in erheblichem Maße von anderen Unternehmern. Während Startups in aller Regel darauf abzielen, sich die nächste Finanzierungsrunde zu sichern, mahnt Cuban in diesem Kontext immer wieder zur Vorsicht, da er Risikokapital als Verpflichtung versteht, nicht per se als Erfolg. Legendär ist außerdem sein Gespür für die richtige Maßnahme in der richtigen Situation. Auch sein Exit bei Broadcast.com basierte zu einem wesentlichen Teil auf seinem feinen Näschen für den richtigen Zeitpunkt – schließlich verkaufte er auf dem Zenit der Internet-Blase, was keinesfalls Zufällen geschuldet war. Auch in dieser Situation hatte er sich einen wichtige Informationsvorsprung angeeignet. Im Wesentlichen ist es eine gewisse Nüchternheit und Sachlichkeit, die ihn zu einem der effizientesten Investoren macht. Cuban ist nicht und war nie auf der Suche nach Hypes, sondern nach messbaren Lösungen, die einen direkten ROI versprachen.
Der Vertrieb als direkte Hilfe
Ein weiterer wichtiger Baustein für Cubans Erfolg war überdies sein Fokus auf den Vertrieb. Auch wenn dieser Faktor für alle erfolgreichen Unternehmer von Vince McMahon bis Brian Chesky eine wesentliche Rolle spielt, hat Cuban diesem Aspekt eine noch höhere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Auch in diesem Zusammenhang kommt wieder der Begriff in besonderem Maße zum Tragen, der seinen Erfolg wie kein zweiter beschreibt, nämlich der Informationsvorsprung. Cubans Credo lautete: “Verkaufen ist nicht überzeugen, sondern helfen.“ – eine Devise, die bei ihm nicht nur eine Worthülse, sondern gelebte Praxis war. Schließlich kann nur derjenige eine passende Lösung zur Verfügung stellen, der die Pain Points seiner Konsumenten in- und auswendig kennt.
Kommunikation als Produktivitäts-Booster
Ein weiterer Punkt, auf den Cuban großen Wert legt, ist eine reibungslose Kommunikation sowohl innerhalb seiner Unternehmen als auch im Umgang mit Kunden. Daher erwartet er von seinen Mitarbeitern adäquate Informationsbeschaffung, um den Konsumenten einen tatsächlichen Mehrwert anbieten zu können. Eine Kompetenz, die ihn bzw. seine Angestellten von Mitbewerbern abhebt und nur mit vergleichsweise großem Aufwand kopiert werden kann.
Folgende operativen Strategien nutzt Mark Cuban außerdem, um sich im Wettbewerb durchzusetzen:
- Sales Cures All – Fokus auf Einnahmen, da diese fast jedes interne Problem lösen können.
- Kein Outsourcing von Kernwissen – Er hält das technologische Know-how im Haus, um die volle Kontrolle zu behalten.
- Flache Organisationsstrukturen – Er eliminiert Management-Ebenen, um einen ungefilterten Informationsfluss zu gewährleisten.
- Transparente Fehlerkultur – Aus Fehlern wird gelernt, indem die Ursachen präzise analysiert und dokumentiert werden.
- Agilität durch Wissen – Cuban ist für eine Strategie-Änderung bereit, wenn neue Daten eine Richtungsänderung erzwingen.
Ein Vermächtnis aus Weitsicht
Die Erfolgsformel von Mark Cuban lässt sich im Wesentlichen auf eine Kombination aus Arbeitsmoral und der Fähigkeit zurückführen, sich einen wichtigen Informationsvorsprung zu erarbeiten und diesen letztlich auch gekonnt zu monetarisieren. Der ehemalige Mehrheits-Eigner der Dallas Mavericks hat gezeigt, dass man sogar in den elitären Kreis der Milliardäre aufsteigen kann, wenn man bereit ist, die Konkurrenz im Bereich „lernen“ auszustechen. Seine absolute Obsession mit Informationsbeschaffung war und ist eine der tragenden Säulen seines Erfolges, die zeigt, dass Talent mit entsprechendem Arbeits-Ethos nicht nur ausgeglichen, sondern sogar überflügelt werden kann.
Bildnachweise:
Beitragsbild (beschnitten): „Mark Cuban“ von Philip Romano, lizenziert unter CC BY-SA 4.0
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