Die IT-Trends 2026 sind geprägt von KI, Automatisierung und neuen Gesetzesvorgaben. Diese Top 5 Themen sollten Sie im Blick behalten!
IT-Trends 2026: Top 5 Themen, die Unternehmen auf dem Schirm haben sollten

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Die IT-Trends 2026 sind geprägt von KI, Automatisierung und neuen Gesetzesvorgaben. All diese Themen sind nicht unbedingt neu, werden den Unternehmensalltag aber nochmals deutlich stärker prägen als im Vorjahr. Wir nehmen die Top 5 genauer unter die Lupe. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Ihr Unternehmen jeweils davon profitieren kann und welche Maßnahmen sich empfehlen.
Was sind die wichtigsten IT-Trends 2026 für Unternehmen?
Mitarbeiter entlasten, Kosten senken, gesetzeskonform agieren und die Sicherheit der Systeme nicht gefährden. Aus diesen drängenden Herausforderungen der Wirtschaft leiten sich die Top fünf IT-Trends für 2026 ab:
- KI-Assistenten im Büroalltag
- Hyperautomatisierung von Geschäftsprozessen
- Datensouveränität und europäische Cloud
- Präventive Cybersicherheit mit KI
- NIS-2-Umsetzungsgesetz und Cybersecurity-Compliance
Im Folgenden werden diese Punkte näher beschrieben.
IT-Trend Nr. 1: KI-Assistenten im Büroalltag
2026 werden KI-Assistenten zum festen und praxistauglichen Bestandteil von Standardsoftware wie Office-Suiten, E-Mail-Programmen, Kollaborationstools sowie CRM- und ERP-Systemen. Sie formulieren Texte, fassen Meetings zusammen, werten Tabellen aus, schlagen nächste Schritte vor, liefern kontextrelevante Informationen und automatisieren Routineprozesse – direkt dort, wo menschliche Mitarbeiter ohnehin gerade arbeiten.
Mit folgenden Tipps profitieren Unternehmen von diesen Entwicklungen:
- konkrete Use Cases für KI-Assistenten definieren (zum Beispiel Angebotsentwürfe, Protokollierung, Reporting), statt KI „überall“ einzuplanen
- Regeln für Qualitätssicherung, Haftung und Freigabe von KI-generierten Inhalten festlegen
IT-Trend Nr. 2: Hyperautomatisierung von Geschäftsprozessen
Für die Automatisierung von Geschäftsprozessen existieren mittlerweile zahlreiche Technologien. Zu nennen sind Workflow-Tools, RPA (Robotic Process Automation), Low-Code-Plattformen und künstliche Intelligenz. Hyperautomatisierung meint das Zusammenspiel dieser Komponenten zur Automatisierung kompletter Prozessketten – nicht nur einzelne Arbeitsschritte.
Für Unternehmen bringt dieser Ansatz mehr Flexibilität bei der Automatisierung von End-2-End-Prozessen, die sich über mehrere Abteilungen erstrecken können. Wichtig ist jedoch, dass Automatisierung an den realen Engpässen ansetzt.
Für den Einsteig bietet sich folgender Ansatz an:
- Kernprozesse identifizieren, in denen Mitarbeiter besonders viel Zeit mit manuellen Routinen verbringen
- Ist-Prozesse in wenigen, klar dokumentierten Schritten skizzieren, bevor Tools angeschafft werden
- klein starten (zum Beispiel Eingangsrechnungsverarbeitung, Stammdatenpflege), statt Großprojekte zu planen
- Automatisierung mit Messgrößen hinterlegen (Bearbeitungszeit, Fehlerrate, Durchlaufzeit) und regelmäßig überprüfen
IT-Trend Nr. 3: Datensouveränität und europäische Cloud
Datensouveränität ist 2026 kein reines Konzernthema mehr. Auch KMU müssen immer häufiger nachweisen, wo Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und wie Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern begrenzt werden. Europäische Cloud-Angebote, souveräne Varianten großer Hyperscaler sowie regionale Rechenzentren rücken hierbei in den Fokus. Sie stärken nicht nur die Compliance-Sicherheit, sondern verbessern auch die Verhandlungsposition gegenüber Kunden und Partnern sowie die Kontrolle über Risiken.
Unternehmen sollten in diesem Bereich:
- geschäftskritische Datenklassen definieren (zum Beispiel personenbezogene Daten, Forschungs- und Konstruktionsdaten, Finanzdaten)
- prüfen, welche Workloads in europäischen oder nationalen Clouds laufen sollten
- Exit-Szenarien und Datenportabilität bereits in Verträgen adressieren
IT-Trend Nr. 4: Cybersicherheit mit KI
Auch im Bereich der Cybersicherheit gewinnt künstliche Intelligenz im Jahr 2026 noch stärker an Relevanz. Vor allem werten KI-gestützte Sicherheitslösungen Logdaten, Netzwerkverkehr und Nutzerverhalten aus, um Auffälligkeiten früh zu erkennen und Vorfälle zu priorisieren. Für Unternehmen kann das bedeuten, mit überschaubarem Aufwand ein Sicherheitsniveau zu erreichen, das früher nur mit großen Security-Teams machbar war.
Entscheidend ist eine sinnvolle Kombination aus Technik und Organisationen. Sie können:
- Security-Lösungen wählen, die KI-basierte Erkennung direkt in Endpoint, E-Mail- und Netzwerk-Schutz integrieren
- Alarmfluten durch klare Regeln zur Priorisierung und Eskalation von Vorfällen vermeiden
- einen einfachen Incident-Response-Plan erstellen, der Zuständigkeiten, Kommunikationswege und erste Schritte festhält
- regelmäßige Awareness-Trainings einplanen, damit Mitarbeiter Phishing und Social Engineering schneller erkennen
IT-Trend Nr. 5 NIS-2-Umsetzungsgesetz und Cybersecurity-Compliance
Ein weiterer „Trend“ im IT-Sektor ist der stetig steigende regulatorische Druck. So werden mit dem NIS-2-Umsetzungsgesetz nun auch Unternehmen mit gesetzlichen IT-Sicherheitsvorgaben konfrontiert, die solche Berührungspunkte bislang nicht hatten. Je nach Branche, Größe und Rolle in kritischen Wertschöpfungsketten rutschen möglicherweise auch Mittelständler in eine Kategorie, die konkrete Pflichten zu Risikomanagement, Meldungen von Sicherheitsvorfällen und Governance-Strukturen mit sich bringt. Selbst Betriebe, die formal nicht direkt betroffen sind, orientieren sich zunehmend an den Anforderungen, weil Kunden und Partner dies einfordern.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein nüchterner Blick auf den eigenen Status. Sie sollten:
- prüfen lassen, ob und in welcher Kategorie das eigene Unternehmen unter NIS-2 fällt
- ein grundlegendes Informationssicherheitsmanagement (ITSM) etablieren (Richtlinien, Verantwortlichkeiten, Risikoanalyse)
- technische Mindeststandards definieren (Patch-Management, Backup-Strategie, Zugriffsrechte, Logging)
- die Dokumentation von Maßnahmen und Entscheidungen von Anfang an mitdenken, um Nachweispflichten zu erfüllen
Fazit: IT-Trends 2026 sind von Chancen und hohen Anforderungen geprägt
Die IT-Trends 2026 lassen sich im Mittelstand nicht auf einzelne Projekte reduzieren. KI-Assistenten, Hyperautomatisierung, europäische Cloud-Strategien, KI-gestützte Sicherheit und NIS-2-Compliance hängen fachlich und organisatorisch eng zusammen. Wer diese Themen nicht isoliert, sondern als abgestimmtes Programm versteht, schafft Strukturen, mit denen sich Digitalisierung in messbare Verbesserungen bei Produktivität, Sicherheit und Resilienz übersetzen lässt.





