Weiterstadt bei Darmstadt, 03.07.2024 (lifePR) – Im vergangenen Jahr war die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in 35 Ländern tätig und unterstützte mit 76 Projekten fast drei Millionen Menschen. Dabei wurden 28,6 Millionen Euro eingesetzt, um nachhaltig zu helfen.

Die Schwerpunkte der Projekte lagen in den Bereichen Nothilfe, Gesundheitsversorgung, Bildung und Klimaschutz. Christian Molke, Vorstandsvorsitzender von ADRA Deutschland erklärt: „Unser europäischer Blick auf die weniger entwickelten Länder des globalen Südens ist leider in vielen Fällen noch bewusst oder unbewusst kolonialistisch geprägt. Wir haben uns aber längst davon verabschiedet, von oben herab auf unsere Mitmenschen zu blicken. Wir wollen allen Menschen mit Würde begegnen und dabei der Selbstbestimmung als Leitmotiv höchste Bedeutung beimessen.“

Engagement in Krisenregionen

Ein bedeutender Teil der Arbeit von ADRA Deutschland im Jahr 2023 war die Unterstützung von Geflüchteten und die Reaktion auf Naturkatastrophen. ADRA-Projekte hätten eine zentrale Rolle bei der humanitären Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine und bei der Bewältigung von Naturkatastrophen wie bei den Erdbeben in Marokko und der Türkei gespielt. An die akute Katastrophenhilfe schließe sich die Unterstützung beim Wiederaufbau an. Ein gutes Beispiel sei das andauernde Engagement nach der Flutkatastrophe im Ahrtal, berichtet Andreas Lerg, Pressesprecher von ADRA Deutschland.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Im Jahr 2023 setzte ADRA Deutschland weitere Schwerpunkte auf Bildungsförderung in Somalia, Klimaanpassungsprojekte in Mali, Gesundheits- und Ernährungshilfe im Jemen, Nachhaltigkeitsprojekte in Fidschi und Mosambik oder Bildung und Förderung von Mädchen in Äthiopien. Zu diesen Projekten gehörten langfristige Hilfe nach Naturkatastrophen, Verbesserung des Zugangs zu Bildung und Gesundheitsversorgung, Anpassung an den Klimawandel und Schutz vor Ausbeutung, wodurch ADRA weltweit wichtige humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit geleistet habe.

Qualitätssicherung und Wirkungsanalyse

ADRA Deutschland lege großen Wert auf die Qualitätssicherung und Wirkungsanalyse der Projekte. Durch regelmäßige Evaluierungen und die Einhaltung international anerkannter Standards stelle das Hilfswerk sicher, dass die Projekte effektiv und nachhaltig sind. Unterstützt werde dies durch ein umfassendes Monitoring- und Evaluierungssystem.

Finanzielle Transparenz und Spendenverwendung

Laut Andreas Lerg konnte ADRA Deutschland im Jahr 2023 ein Gesamtbudget von über 37 Millionen Euro einsetzen, was einem Anstieg von plus 7,4 Prozent gegenüber 2022 entspreche. Diese Mittel kämen durch Spenden, institutionelle Zuwendungen und öffentliche Zuschüsse und ermöglichten die Umsetzung von Projekten in Europa, Asien, Afrika und anderen Regionen. Wichtig sei dabei auch das Engagement in den „vergessenen Krisen“ wie Somalia und Jemen, wo humanitäre Hilfe oft unterfinanziert sei. „Bei einem Verwaltungsaufwand von zehn Prozent fließen 90 Prozent der Einnahmen in die Projektarbeit“, stellt Lerg fest. Die Ausgaben verteilten sich dabei wie folgt auf die Regionen: Asien mit 38,94 Prozent, Europa mit 31,85 Prozent, Afrika mit 27,73 Prozent und Ozeanien mit 1,47 Prozent.

Mehr als Zahlen und Daten

Der ADRA-Jahresbericht 2023 zeige außerdem, dass sich das Hilfswerk über steigende Bewerbungszahlen für „ADRALive!“ freuen könne, den Freiwilligendienst im Ausland. Zudem sei ein neues Süd-Nord-Projekt geplant. Der Bundesfreiwilligendienst bei ADRA Deutschland biete jungen, engagierten Menschen vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Seit 24 Jahren gebe es die Weihnachtsaktion „Kinder helfen Kindern!“ Zu Weihnachten 2023 konnte ADRA Deutschland über 25.000 Päckchen an Kinder in Osteuropa überreichen. Die bundesweit betriebenen Second-Hand-Shops und der Online-Shop unterstützten soziale Projekte und wirtschaftlich schwache Familien.

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Im Jahr 2023 habe ADRA Deutschland bedeutende Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit gemacht, insbesondere durch das Projekt „Organisational Sustainability and Carbon Neutrality“ (OSCN – Betriebliche Nachhaltigkeit und Klimaneutralität). Ziel sei es, bis 2030 sowohl in den deutschen Büros als auch in der Projektumsetzung klimaneutral zu werden. Dazu würden Unternehmens- und Projektemissionen gemessen und durch gezielte Aktivitäten reduziert. Klimaschutz sei integraler Bestandteil jeder Projektkonzeption „und wir haben uns verpflichtet, umweltfreundliche und sozial gerechte Beschaffungspraktiken zu etablieren“, betonte Andreas Lerg. Darüber hinaus engagiere sich ADRA auf internationaler Ebene für den Klimaschutz. „So haben wir an der COP 28 in Dubai teilgenommen, um Fortschritte und Best Practices zu präsentieren und vom Austausch mit anderen Organisationen und Institutionen zu lernen.“

Dank an Unterstützer und Partner

ADRA Deutschland danke allen Spenderinnern und Spendern, Partnern, Unterstützerinnen und Unterstützern aber auch den zahlreichen Ehrenamtlichen, deren Engagement und Einsatz die erfolgreiche Arbeit im Jahr 2023 ermöglicht haben. Die Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern sei ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von ADRA Deutschland und trage maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung der Projekte bei.

ADRA-Jahresberichte 2023

ADRA Deutschland: https://bdkkp.r.ag.d.sendibm3.com/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsDg0cBm7Q8kYXbLWIHb5K/X97HXJMRvqdU 

ADRA Schweiz:

www.adra.ch/wp-content/uploads/2024/06/Online_ADRA_Jahresbericht_2023_DE.pdf 

ADRA Österreich:

adra.at/wp-content/uploads/2023/06/2022-Jahresbericht_v3.pdf

ADRA International

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) wurde 1956 gegründet und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA ist eine nichtstaatliche Hilfsorganisation. Sie wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen und hat beratenden Status im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC). ADRA International besteht aus einem weltweiten Netzwerk mit 108 eigenständigen nationalen Büros und etwa 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden. Informationen: www.adra.org.  

ADRA Deutschland

ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet und hat rund 50 Angestellte. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.

ADRA Schweiz

ADRA Schweiz wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein mit Sitz in Zürich und der Zentrale in Aarau. Das Hilfswerk genießt Steuerfreiheit und wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette. Informationen: www.adra.ch.

ADRA Österreich

ADRA Österreich ist eine registrierte, vom Staat unabhängige Hilfsorganisation, die mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet ist. Sie wurde 1992 gegründet und wird von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich getragen. ADRA Österreich kooperiert je nach Projekt mit ADRA International beziehungsweise anderen Landesbüros. ADRA Österreich führte nach der Gründung zunächst Hilfsprojekte vorwiegend in Südosteuropa und Afrika durch. Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 kamen verstärkt Aktivitäten in Asien (Sri Lanka und Indien) hinzu. Seither hat sich das Programm von ADRA Österreich ständig erweitert und die Projekte unterstützen Menschen auf den meisten Kontinenten. Informationen: https://adra.at/