Donald Trump forciert derzeit Pläne, um der US-Öffentlichkeit eine direkte finanzielle Beteiligung an führenden KI-Unternehmen zu sichern. Damit reagiert der US-Präsident auf Bedenken der Bürger, nicht an den astronomischen Profiten des Sektors teilhaben zu können.
Für Tech-Unternehmer wie beispielsweise Sam Altman von OpenAI stellen sich daher ganz neue Weichen in der unternehmerischen Ausrichtung, da die in diesem Kontext diskutierten Optionen von Regierungsvertretern in Firmenvorständen über Branchensteuern bis zum Tausch von staatlichen Fördermitteln gegen Unternehmensanteile reichen. Derartige Abkommen könnten die staatlichen Einnahmen massiv verändern, da OpenAI und Anthropic diesen Monat vertraulich US-Börsengänge beantragt haben und OpenAI eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar anstrebt.
Wie schlägt Senator Bernie Sanders die steuerliche Erfassung von KI-Wohlstand vor?
Die Debatte über KI-Renditen zieht momentan weite Kreise in den politischen Amtsstuben Washingtons. So hat sich neben Donald Trump auch der unabhängige Senator Bernie Sanders zu Wort gemeldet und ein eher radikales Modell vorgeschlagen, nach welchem große Tech-Firmen dem Staat eine Eigentumsbeteiligung von 50 Prozent sowie Sitze im Vorstand einräumen sollen, damit die Bürger finanziell profitieren und Risiken besser überwacht werden können. Dieser Ansatz spiegelt außerdem die Idee zweier Rechtsprofessoren wider, Steuern direkt in Aktien statt in bar zu entrichten. Laut Jeremy Bearer-Friend von der George Washington University Law School würde dieser Mechanismus dem Staat ohne öffentliche Investitionen Eigenkapital einbringen, ohne ihm jedoch eine kontrollierende Mehrheit zu übertragen.
Factbox: Die drei vorgeschlagenen Beteiligungsmodelle
- ➤Steuern in Aktien – Große Technologiekonzern entrichten ihre Steuerlast in Form von Unternehmensanteilen statt Cash-Zahlungen.
- ➤Equity gegen Fördermittel – Der Staat erhält direkte Firmenanteile als Gegenleistung für finanzielle Unterstützung beim Infrastrukturaufbau.
- ➤Direkte Bürger-Dividende – Gewinne werden über einen staatlichen Wohlfahrtsfonds oder eine Sondersteuer direkt an die Amerikaner ausgeschüttet.
Warum dient die Intel-Vereinbarung als historisches Vorbild für staatliche Beteiligungen unter Donald Trump?
Eines der Modelle, die am eifrigsten diskutiert werden, orientiert sich im Wesentlichen an Abkommen der US-Regierung mit der Halbleiterindustrie, bei welchen der Staat im Tausch gegen Milliardenförderungen eine zehnprozentige Beteiligung an Intel übernahm. Da nun für den KI-Bereich gigantische Gelder benötigt werden, könnte eine staatliche Finanzierung unter der Administration von Donald Trump eine zentrale Rolle einnehmen – so erhöhte Alphabets Google DeepMind seine Aktienangebote diesen Monat auf 84,75 Milliarden Dollar. Allerdings gibt es bei aller Euphorie über diese Denkansätze durchaus auch Experten, die warnend den Zeigefinger heben – so wie beispielsweise Neil Chilson vom Abundance Institute, der zu bedenken gibt, dass solche Modelle unter Umständen auch Anreize verzerren könnten, sodass sich die Regierung eher auf die Rendite ihrer eigenen Investitionen statt auf den Schutz des öffentlichen Interesses konzentriert.
Welche eigenen Konzepte schlagen Sam Altman und OpenAI Donald Trump zur Gewinnbeteiligung der Bürger vor?
Kaum wurden die Überlegungen von Donald Trump und seinem Team publik, trugen auch schon die Big Player der Tech-Branche ihre eigenen Konzepte an die Regierung heran. So stellte Sam Altman mit OpenAI das Konzept eines „Public Wealth Fund“ vor, der in KI-Firmen investiert und Erlöse an die Bürger ausschüttet.
Laut Altman wurden staatliche Bürgschaften bisher nur für Chipfabriken, nicht aber für Rechenzentren diskutiert. Anthropic wiederum erforscht eine „digitale Dividende“ über Branchensteuern – Ansätze, die sich auf Experten wie Joseph Blasi (Rutgers University) stützen: Da KI stark auf öffentlich generierten Daten basiert, sei die US-Infrastruktur ein Bürgergut, das nicht einfach von Milliardären beansprucht werden könne.
Warum dient der Alaska Permanent Fund als historisches Vorbild für eine KI-Dividende unter Donald Trump?
Die Idee einer sogenannten Bürger-Dividende basiert auf einem bereits bestehenden staatlichen Äquivalent, nämlich dem Alaska Permanent Fund, das einst mit Öleinnahmen ins Leben gerufen wurde, um den Wert natürlicher Ressourcen für die Bevölkerung zu sichern und durch den schon seit Jahrzehnten jährliche Dividenden an die Einwohner ausgeschüttet werden.
Da die KI-Entwicklung massiv auf öffentlich generierten Daten beruht, fordern Befürworter nun ein analoges Verteilungsmodell für die wirtschaftlichen Früchte dieser Transformation. Für Donald Trump bietet dieses historische Vorbild eine Orientierung, wie Wohlstand aus einer gemeinschaftlichen Ressource – in diesem Fall Daten statt Öl – demokratisch an die amerikanischen Bürger zurückverteilt werden könnte.
Infobox: Wirtschaftliche Dimensionen und Vergleiche
- ◆Börsenpläne im Billionenbereich – OpenAI strebt bei seinem vertraulich eingereichten IPO eine Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar an.
- ◆Das Alaska-Modell – Der Alaska Permanent Fund dient als historisches Vorbild, da er Öleinnahmen nutzt, um jährliche Dividenden an die Bürger auszuschütten.
- ◆Alphabet-Kapitalerhöhung – Der Tech-Konzern Alphabet weitet seine Aktienemissionen aktuell auf beachtliche 84,75 Milliarden Dollar aus.
Donald Trump und seine strategische Neuausrichtung des Verhältnisses zwischen Staat und Silicon Valley
Donald Trump stellt mit seinen Erwägungen zur Verstaatlichung von Technologie-Renditen die Prinzipien des amerikanischen Kapitalmarktes vor eine Zerreißprobe, da diese Modelle Unternehmer wie Sam Altman und die Politik zu einer grundlegenden Positionsbestimmung zwingen. Während Tech-Konzerne harten Zwangsabgaben durch eigene Vorschläge wie Bürgerfonds zuvorkommen wollen, bleibt die Ausgestaltung durchaus kontrovers. So warnen Kritiker in diesem Zusammenhang eindringlich davor, dass solche staatlichen Zwangsabgaben die freie unternehmerische Gestaltung und die Mechanismen der freien Marktwirtschaft massiv untergraben könnten – schließlich erinnert beispielsweise eine erzwungene Eigentumsübertragung strukturell an planwirtschaftliche oder sozialistische Modelle, bei denen der Staat die Schlüsselindustrien kontrolliert.
Ob Donald Trump letztlich den Weg über das Steuersystem wählt oder staatliche Fördergelder als Hebel nutzt, wird die Dynamik des Sektors nachhaltig verändern. Das Ziel, den durch Bürgerdaten generierten KI-Wohlstand an die Bevölkerung zurückzuleiten, bedeutet in jedem Fall einen historischen Präzedenzfall für die Kontrolle von Schlüsseltechnologien.
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