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Shunsaku Sagami – Japans jüngster Self-Made-Milliardär

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Shunsaku Sagami

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Der Japaner Shunsaku Sagami sorgte mit seiner Geschäftsidee dafür, das Vermögen seiner Landsleute zu erhalten und zu mehren, obwohl Japan auf der Liste der Länder mit den meisten Milliardären nicht an der Weltspitze steht. Das gelingt dem jüngsten Selfmade-Techmilliardär Japans mit seiner bahnbrechenden Geschäftsidee und dem 2018 von ihm gegründeten M&A Research Institute. Damit bot er eine innovative Lösung für ein soziales Wirtschaftsproblem Japans, was sich gleichzeitig als die Grundsteinlegung für ein lukratives Business erwies. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Shunsaku Sagami steht damit für eine neue Generation asiatischer Unternehmer: ihm gelingt es, KI- und skalierungsorientiert die althergebrachten Denkweisen aufzubrechen und einen völlig neuen Ansatz für die Branche zu etablieren. Dieser Erfolgsweg klingt wenig glamourös, ist jedoch aus wirtschaftlicher Sicht hochinteressant.

Innovative Lösungen für die Nachfolgeproblematik japanischer Unternehmen

Die japanische Wirtschaft ist mit der allgemeinen Überalterung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) belastet, die keine Nachfolger finden, wenn die Eigentümer in Rente gehen.  Durch die anstehenden Schließungen verschwinden Geschäfte und Arbeitsplätze. Eine stattliche Menge, denn über 99% der japanischen Unternehmen sind KMUs! Die Lösung dafür scheint einfach zu sein und ist bereits vorhanden: klassische Mergers & Acquisitions (M&A) Firmen beraten diese Unternehmen und helfen bei der Nachfolgeregelung. Sie sind jedoch teuer, der Prozess ist langwierig und das Vorgehen ist nicht transparent genug. Shunsaku Sagami erkennt hier eine Marktlücke und optimiert die bewährte Vorgehensweise durch sein neues Geschäftsmodell.

Shunsaku Sagami

Shunsaku Sagamis neue Erfolgsstrategie

Shunsaku Sagami gründete im Oktober 2018 das M&A Research Institute Co., Ltd. und veröffentlicht kurz darauf im Dezember die erste kostenlose KI-Empfehlungsplattform Japans. Seit Januar 2026 heißt das Unternehmen Quontsu Research Institute Holdings Co., Ltd. Sein Unternehmen führt schneller als die klassische Beratungstätigkeit des Wettbewerbs zum Erfolg und wird von Kunden bevorzugt. Aber warum ist das so?

Das liegt an seinem innovativen Ansatz und seiner Strategie:

  • Shunsaku Sagamis setzt Künstliche Intelligenz sowie ein proprietäres Datenbanksystem ein, um ein passendes Match zwischen Verkäufer und Käufer zu finden. Mögliche erwünschte Ergebnisse sind dabei Fusionen oder Übernahmen.
  • Durch die automatisierte Suche passender Nachfolger mittels KI kann Shungsaku Sagami schneller agieren und zusätzlich noch seine Kosten senken. Während typische Beraterfirmen häufig bis zu einem Jahr recherchieren und versuchen, passende Partner zusammenzubringen, erledigt das maßgeschneiderte Programm dies schneller und effizienter. Es führt zudem die notwendige Due-Diligence-Prüfung im Bruchteil der Zeit durch.
  • Shunsaku Sagami macht sein Angebot für Kunden attraktiver, indem er keine Gebühren vorab verlangt, sondern sich erfolgsbasiert nach einem erfolgreichen Geschäftsabschluss bezahlen lässt.

Shunsaku Sagami: Vermögen und Unternehmenskennzahlen

Das äußerst effiziente Erfolgsmodell des jungen Japaners führte zu einem bemerkenswerten Unternehmenswachstum. Schon im Juni 2022 ging Shunsaku Sagami mit seinem Unternehmen an die Tokioter Börse. Seither steigen die Aktienwerte laufend an, was sein Vermögen ebenso stetig vermehrt, da er die Mehrheit der Unternehmensanteile besitzt. 2024 schaffte es Shunsaku Sagami auf Platz 41 der Forbes Liste und wird dort auf einen Vermögenswert von 1,15 Milliarden US-Dollar beziffert, 2026 ist sein Wert bereits auf 1,3 Milliarden US-Dollar angewachsen. Die Grundlage dafür ist sein Aktienanteil am Unternehmen.

Die relevanten Unternehmenskennzahlen gestalten sich wie folgt:

  • Firmenkapital: 617,85 Millionen Yen
  • Umsatz: 8,6425 Milliarden Yen
  • Betriebsergebnis: 4,5793 Milliarden Yen
  • Ordentliche Einnahmen: 4,4850 Milliarden Yen
  • Nettoeinkommen: 2,6469 Milliarden Yen
  • Netto-Vermögen (Eigenkapital): 5,5963 Milliarden Yen
  • Gesamtvermögen: 8,3246 Milliarden Yen

Das Geheimnis seines Erfolges: Effizienz und richtiges Timing

Shunsaku Sagami hatte nicht nur das richtige Gespür für eine Marktnische und das strategisch notwendige Denken für die Gründung und Planung, sondern auch ein Händchen für den richtigen Zeitpunkt. Daher lässt sich sein Erfolg auf folgende Hauptmerkmale zurückführen:

  • Er hat den demografischen Wandel Japans erkannt und den Bedarf an Unternehmensnachfolgern als Aufhänger für sein Geschäftsmodell als wichtig eingeschätzt.
  • Shunsaku hat den einmal erkannten Trend aufgegriffen, um ein optimiertes Geschäftsmodell, basierend auf vorhandenen M&A-Unternehmen aufzubauen.
  • Sagami nutzt dazu die neuen technischen Möglichkeiten als wichtiges Differenzierungsmerkmal und setzt auf KI und Datenbanken, um Matching-Algorithmen für die passende Suche von Nachfolgern einzusetzen. Damit kann er den Ablauf wesentlich beschleunigen und transparenter machen.
  • Die KI-basierte Lösung spart Ressourcen und Kosten, die Shunsaku Sagami seinen Kunden zugutekommen lässt, indem er ein erfolgsbasiertes Honorarmodell anstelle einer Vorabzahlung ansetzt. So kann er dennoch eine hohe Marge erwirtschaften.

Shunsaku Sagami

Was Shunsaku Sagami von anderen Milliardären unterscheidet

Shunsaku Sagamis Erfolg ist in einem eher unspektakulären Bereich angesiedelt: der Unternehmensnachfolge. Da er auf die Lösung struktureller Probleme und nicht auf Konsumtrends oder Hype-Themen setzt, ist er eine Ausnahmeerscheinung unter den jungen Gründern. Shunsaku arbeitet weniger öffentlichkeits- und medienwirksam und setzt stärker auf KI, optimierte Prozesse und moderne Technologie. Dabei kommt er ohne Apps aus und kann sich auf ein B2B-Geschäft mit einer klaren Wertschöpfung konzentrieren. Sein Ansatz ist so gut durchdacht, dass er damit im Gegensatz zu vielen anderen Startups schon relativ schnell nachhaltige Gewinne erzielen kann.

Seine Zukunftsperspektive? Er will seinen Service auch in anderen Ländern anbieten, wie er dem Times Magazine gegenüber im Interview erklärt: “If I have the chance, I’d like to use the services M&A has developed here in Japan and help other countries in similar ways.”

Sein Modell funktioniert zwar in Japan hervorragend – ob es jedoch auch global einsetzbar und entsprechend skalierbar und erfolgreich wird, muss sich erst noch zeigen.

Bildnachweise:

stock.adobe.com – Artvibe

stock.adobe.com – Duncan Andison

stock.adobe.com – khwanchai

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