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Social Listening als Marktforschung – Kundenbedürfnisse ohne Millionenbudget erkennen

21. Februar 2026

Social Listening ist nicht mehr nur ein Business-Trend, sondern ein wichtiges Marketingtool, das zahlreiche Vorteile mit sich bringt und mit dem Unternehmen der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sind. Schließlich kann damit herausgefunden werden, wie das eigene Produkt oder die angebotene Dienstleistung bei den Kunden ankommt und das Unternehmen im Allgemeinen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Dadurch lassen sich geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Produkte zu verbessern und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Social Listening: Definition und strategische Bedeutung

Social Listening beschreibt im Wesentlichen den umfangreichen Prozess einer systematischen Beobachtung und Analyse von Gesprächen in den sozialen Medien, bei denen das eigene Unternehmen und dessen Produkte thematisiert werden. Ob Foren, Online-Gespräche, Blogs oder die Bewertung auf verschiedenen Portalen: immer wenn die eigene Marke erwähnt wird, aber auch der Wettbewerb oder die Branche zur Sprache kommen, kann Social Listening die gewonnenen Informationen auswerten.

Social Listening

Vorteile von Social Listening

Die größten Vorteile dieser Art der Marktanalyse zur Trendfrüherkennung liegen in der kostengünstigen Durchführung und den schnellen Ergebnissen. Hier lassen sich mit relativ wenig Aufwand Echtzeitanalysen erstellen und zeitnah erfassen, wie aktuelle Werbemaßnahmen von den Zielgruppen aufgenommen wurden. Dank dieser Vorteile ist das sogenannte Social Listening vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine große Hilfe, die sich keine großen repräsentativen Studien oder Marktforschungsmaßnahmen leisten können. Stattdessen bietet sich die Möglichkeit, zu günstigen Tools zu greifen, die häufig als kostenlose Basisversionen angeboten werden.

Probleme beim Einsatz von Social Listening

Prinzipiell werden nur Kunden gehört, die sich in den sozialen Medien äußern, womit ältere Verbraucher oder zurückhaltende Personen durchs Raster fallen. Wenn sich zudem zu manchen Themen Minderheiten besonders lautstark äußern, führen diese außerdem zu Verzerrungen der Ergebnisse, was die Analyse erschwert. Daher gilt es beachten, dass trotz der großen Vorteile, die das Social Listening mit sich bringt, die Maßnahme keine vollständige und umfassende Marktanalyse ersetzen kann.

Social Listening und Social Monitoring: Das sind die Unterschiede

Im Marketing kommen häufig Monitoring Maßnahmen zum Einsatz, die sich allerdings vom Social Listening unterscheiden. So liegt das Augenmerk beim Social Monitoring auf verschiedenen Daten und Kennzahlen, die beispielsweise den Erfolg bestimmter Werbekampagnen messen sollen. Problematisch daran gestaltet sich allerdings die Tatsache, dass die reinen Zahlen nichts darüber aussagen, warum sich viele Kunden oder Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt über ein Produkt unterhalten. Es könnte sich schließlich auch um Beschwerden handeln. Das Social Listening hingegen liefert keine Zahlen, sondern Stimmungen, Wünsche, Probleme mit dem Produkt und Informationen über die Meinung zum Unternehmen. Damit lassen sich die gewonnenen Fakten sehr viel besser analysieren und für Verbesserungen oder Trendprognosen nutzen.

Social Listening: die wichtigsten Anwendungsfälle

Die Sozialen Medien sind ein hervorragendes Umfeld für den Kenntnisgewinn durch Social Listening. Hier unterhalten sich Menschen aus allen Altersgruppen und mit verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen, sodass die Analyse einen guten Querschnitt der Meinungen liefert. Zu den wichtigsten Anwendungsfällen von Social Listening zählen dabei folgende:

Image, Ruf und Kundenservice – Die Stimmung der Kunden oder Noch-Nicht-Kunden zeigt, wie das Unternehmen gesehen wird, welchen Ruf es genießt und warum. Kommt die Werbung nicht gut an? Wird der Kundenservice schlecht bewertet? Hier kann sich eine rechtzeitige Analyse negativer Kommentare bezahlt machen, da das Problem gleich bei der Wurzel gepackt werden kann.

Vergleich zum Wettbewerb – Wie steht das eigene Unternehmen im Vergleich zu den Konkurrenten da? Wer sind diese überhaupt und was machen sie besser als das eigene Unternehmen? Wer hat wie viele Marktanteile? Hieraus lassen sich interessante Informationen darüber gewinnen, was Kunden bei der Konkurrenz besser finden. Vielleicht sind es gar nicht die Produkte, sondern der Service? In jedem Fall bietet das Social Listening hier eine wichtige Hilfe dabei, in den richtigen Abteilungen gegebenenfalls nachzujustieren.

Verbesserung der Kundenbindung – Durch die Analyse lässt sich schnell herausfinden, welche Erwartungen und Wünsche die Kunden an das Unternehmen und die Produkte oder Dienstleistungen haben. Werden diese aufgrund der Analyse erfüllt, kann die Kundenbindung ans Unternehmen gestärkt werden.

Kooperation mit Influencern – Aus den Sozialen Medien sind Influencer nicht mehr wegzudenken. Dank der Social Listening Analyse können Unternehmen herausfinden, welche Influencer geeignet wären, um die eigene Marke zu präsentieren.

Für welche Branchen eignet sich diese Methode?

Das Social Listening kann grundsätzlich Branchenübergreifend eingesetzt werden und eignet sich zudem für verschiedene Zielgruppen. Als besonders effektiv hat es sich jedoch erwiesen, wenn es um E-Commerce oder die Medien- und Entertainmentbranche geht. Auch Konsumgüter, Gastronomie und Tourismus werden häufig online diskutiert und lassen sich daher mit dieser Methode besonders gut analysieren. Branchen oder Märkte hingegen, die nur wenig online in Erscheinung treten, profitieren kaum von dieser Art der Marktforschung. Dementsprechend funktioniert Social Listening auch am besten auf den Plattformen, auf denen besonders gern und vor allem ehrlich diskutiert wird, wie beispielsweise Instagram und X.

Social Listening

Das ist beim Einsatz von Social Listening zu beachten

Social Listening sollte immer mit einer klaren Zielsetzung implementiert werden. Wünschen Sie ein Feedback zu Ihren Produkten oder wollen Sie Trendforschung betreiben? Mit dem konkreten Ziel im Hinterkopf können Sie passende Plattformen und geeignete Tools auswählen. Beliebt sind in diesem Kontext beispielsweise Qualtrics, Talkwalker oder Hootsuite. Zudem sollte ein Verantwortlicher für die Analyse festgelegt werden, der die Ergebnisse auswertet, die letztlich für das gesamte Unternehmen relevant sind und über welche im Anschluss mit den entsprechenden Abteilungen ein Austausch stattfinden sollte.

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