Template#6
Category -> Lifestyle

9 ruhige Reiseziele abseits der Touristenmassen

by Brigitte Bonder 22. Januar 2026

Wer heute unterwegs ist, kennt das Szenario: Überfüllte Sehenswürdigkeiten, gedrängte Gassen und Selfiesticks, soweit das Auge reicht. Kein Wunder, dass immer mehr Reisende nach ruhigen Reisezielen suchen – Orten, an denen Natur, Kultur und Stille noch ungestört erlebbar sind. Von stillen Wanderwegen in Bayern über abgelegene Bergdörfer in Tirol bis hin zu ruhigen Tälern in der Schweiz: Diese neun ruhigen Reiseziele zeigen, dass Urlaub jenseits des Trubels nicht nur möglich, sondern richtig erholsam sein kann.

St. Anton am Arlberg und seine Hochtäler

Nur wenige wissen, wie weitläufig St. Anton am Arlberg ist und wie viel davon unberührt geblieben ist. Die Tiroler Region umfasst über 165 Quadratkilometer – mehr als das Fürstentum Liechtenstein. Ein Großteil davon liegt fernab der touristischen Infrastruktur. Wer ruhige Reiseziele in den Alpen sucht, findet hier Hochtäler wie das Fasultal, Ochsental, Pfluntal oder das hintere Malfontal, die selbst Einheimische als Geheimtipp schätzen. Bei „E‑Bike & Hike“-Touren gelangen Sommergäste zu hochalpinen Orten wie dem Schottensee. Die Sommersaison startet Mitte Juni 2026.

Einsam liegt der Malfonsee in seinem Kessel, lediglich ein paar Pferde, die den Sommer im Pettneuer Hochtal bei St. Anton am Arlberg verbringen, erfrischen sich hin und wieder am kalten Wasser. ©TVB St. Anton am Arlberg, Fotograf Patrick Bätz
Einsam liegt der Malfonsee in seinem Kessel, lediglich ein paar Pferde, die den Sommer im Pettneuer Hochtal bei St. Anton am Arlberg verbringen, erfrischen sich hin und wieder am kalten Wasser. © TVB St. Anton am Arlberg, Fotograf Patrick Bätz

Bei einer kombinierten „E-Bike & Hike“-Tour gelangen Sommergäste an hochalpine Orte, zum Beispiel über das Naherholungsgebiet Verwalltal über die Konstanzer Hütte zum ganzjährig eiskalten Schottensee. Die Sommersaison in St. Anton am Arlberg beginnt Mitte Juni 2026 – ein ideales Ziel für alle, die ruhige Reiseziele in den Alpen suchen.

Das Tal der Resilienz: Die Splüi von Foroglio im Schweizer Tessin

Zwischen Tälern, Flüssen und Felswänden finden Reisende im Tessin immer wieder Orte, die still und beständig darauf warten, entdeckt zu werden. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel sind die Splüi im Val Bavona, oberhalb von Foroglio – traditionelle Unterfelsbauten, die früher von Bergbauern als Steinhäuser genutzt wurden und heute eindrucksvoll mit der Landschaft verschmelzen.

Unterwegs zu den Splüi von Foroglio: Ein ruhiger Wanderweg führt vorbei an jahrhundertealten Steinhäusern, eingebettet in die wilde Landschaft des Val Bavona. © Ticino Turismo
Unterwegs zu den Splüi von Foroglio: Ein ruhiger Wanderweg führt vorbei an jahrhundertealten Steinhäusern, eingebettet in die wilde Landschaft des Val Bavona. © Ticino Turismo

Schon die Anreise mit dem Autopostale von Locarno wirkt Kurve um Kurve wie ein sanfter Übergang aus dem Alltag in die Ruhe der Berge. In Foroglio angekommen, hält man unweigerlich erstmal inne. Fasziniert vom imposanten Wasserfall folgen Wandernde anschließend einem ruhigen Weg hinauf zu den zwischen die Felsen gebauten Splüi. Selbst im Hochsommer begegnet man dort nur einer Handvoll Menschen. www.ticino.ch

Kleine Höfe, große Ruhe im Osttiroler Kristeinertal

Der Blick öffnet sich auf einen breiten, grünen Talboden, eingerahmt von sanften Almwiesen und bewaldeten Bergflanken, während Bäche und Wasserfälle über Felsen stürzen. Das Kristeinertal zweigt bei Mittewald an der Drau vom Osttiroler Hochpustertal ab und führt in die Villgrater Berge. Der abgelegene, bäuerlich geprägte Naturraum zählt gerade mal rund 100 Einwohner.

Unberührte Natur soweit das Auge reicht: Wer im Kristeinertal in Osttirol unterwegs ist, genießt absolute Stille und Einsamkeit. Die Mountainbike-Tour zur Gölbnerblickhütte ist herausfordernd und lang. © erwin-haiden-nyx.at
Unberührte Natur soweit das Auge reicht: Wer im Kristeinertal in Osttirol unterwegs ist, genießt absolute Stille und Einsamkeit. Die Mountainbike-Tour zur Gölbnerblickhütte ist herausfordernd und lang. © erwin-haiden-nyx.at

Über Jahrhunderte war das Kristeinertal von Almwirtschaft und klein-strukturierter Landwirtschaft bestimmt. Bis heute prägen einzelne Höfe und Kapellen das alpine Landschaftsbild. Tipp:Am Fuße des rund 120 Meter hohen Celar-Wasserfalls beginnt der 2016 neu angelegte Wasserfallpfad, der sich bergauf, bergab durch schattigen Lärchenwald schlängelt. Wanderer folgen dem Weg bis zu den Aussichtsplattformen in Bachnähe. Von dort bietet sich eine beeindruckende Aussicht auf tosenden Wassermassen, die sich talwärts stürzen. Über einen leichten Anstieg führt der Weg direkt zur bewirtschafteten Gölbnerblickhütte mit der Celarkapelle.

Verschnaufpause im Auszeitdorf im Tiroler Lechtal

Abseits von stark befahrenen Hauptstraßen, Hotels und Liftanlagen betten sich vier versteckte Seitentäler des Tiroler Lechtals in die Berglandschaft der Lechtaler und Allgäuer Alpen ein. Diese sogenannten Auszeitdörfer Gramais, Hinterhornbach, Pfafflar und Kaisers gelten als Sehnsuchts- und Rückzugsorte für Erholungssuchende.

Auf über 1.300 Metern gelegen, bildet das Auszeitdorf Gramais im Tiroler Lechtal mit rund 40 Einwohnern die kleinste Gemeinde Österreichs. © Verein Lechweg/Gerhard Eisenschink
Auf über 1.300 Metern gelegen, bildet das Auszeitdorf Gramais im Tiroler Lechtal mit rund 40 Einwohnern die kleinste Gemeinde Österreichs. © Verein Lechweg/Gerhard Eisenschink

Dank ihrer Höhenlage ab 1.100 Metern freuen sich besonders Allergiker und Hitze-Empfindliche über einen erholsamen Urlaub in den Mini-Gemeinden. Die Magie der österreichischen Region liegt im kristallklaren Schmelzwasser der Seitentalbäche Otterbach, Hornbach, Streimbach und Kaiserbach, die den Wildfluss Lech im Tal speisen. Entsprechend gibt es in den Auszeitdörfern keine künstlich angelegten Becken, sondern nur eine „wilde“ Kneippkur – perfekt für alle, die ruhige Reiseziele in der Natur bevorzugen..

„Roter Hahn“: Urlaub auf dem Bergbauernhof in Südtirol

Vogelgezwitscher, Kuhglockengebimmel und das sanfte Rascheln des Windes, der über die Almwiesen streicht: Viel mehr hören Urlauber auf den Bergbauernhöfen des Südtiroler Qualitätssiegels „Roter Hahn“ nicht. Denn oberhalb von 1.500 Metern entspannen sie fernab der Zivilisation.

 

Wo landwirtschaftliche Flächen aufgrund der Steillagen oft nicht mit Maschinen, sondern nur von Hand bewirtschaftet werden können, erleben Ruhesuchende und Familien den bäuerlichen Alltag authentisch und ursprünglich. Denn in solchen Höhen sind die meisten Bauern Selbstversorger, Gäste können sich entsprechend direkt aus dem Hofladen mit frischen Produkten aus eigener Produktion eindecken. Dank der maximal fünf Ferienwohnungen oder acht Zimmer ist auch die Anzahl weiterer Gäste überschaubar und Urlauber können ganz für sich sein. www.roterhahn.it

Auf Spuren des Märchenkönigs in Füssen im Allgäu

Schon Ludwig II. liebte die Natur rund um die Allgäuer Stadt Füssen, allerdings nicht allein wegen ihrer landschaftlichen Schönheit. Vielmehr dienten ihm die einsamen Wege zwischen Gipfeln, Seen und Almen als Fluchtorte vor der politischen Realität und verhassten Gesellschaft.

Obwohl die Bayerischen Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau (Foto) unweit von Füssen hoch frequentiert von internationalen Besuchern sind, zählt die umliegende Schlossparkregion zu den beschaulichsten Wandergebieten im Allgäu. © Füssen Tourismus und Marketing/David Terrey
Obwohl die Bayerischen Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau (Foto) unweit von Füssen hoch frequentiert von internationalen Besuchern sind, zählt die umliegende Schlossparkregion zu den beschaulichsten Wandergebieten im Allgäu. © Füssen Tourismus und Marketing/David Terrey

Nicht umsonst hat der bayerische Monarch (1845 bis 1886) also genau dort „sein“ Neuschwanstein errichten lassen. Bereits als kleiner Junge wanderte er mit seinen Eltern Maximilian II. und Marie durch die erhabene Umgebung. Auf Touren durch den „Schlosspark im Allgäu“ lassen sich Aktive heute neben alpiner Natur von den prächtigen Bauwerken der Wittelsbacher (UNESCO-Welterbe seit 2025) verzaubern – bestenfalls aus der Ferne, sofern sie keine Lust auf Touristen aus aller Welt haben. Zahlreiche Pfade, die den Spuren des Märchenkönigs folgen, führen aussichtsreich und auf verschiedenen Höhenlagen durch die Region, etwa ins Pöllattal, auf den Tegelberg oder zur Jägerhütte.