Dario Amodei kämpft mit Anthropic gegen massiven KI-Diebstahl durch Alibaba
29. Juni 2026
Dario Amodei sorgt für einen Paukenschlag im KI-Sektor. Der Anthropic-Gründer wirft dem chinesischen Technologie- und E-Commerce-Riesen Alibaba vor, die Fähigkeiten seines KI-Modells Claude illegal extrahiert zu haben und schlägt mit diesem ungeheuerlichen Verdacht sogar in einem offiziellen Brief an hochrangige US-Senatoren auf höchster politischer Ebene Alarm.
Sollten sich diese Anschuldigungen bewahrheiten, würde es sich um den bisher größten bekannten Angriff dieser Art auf sein Unternehmen handeln. Laut Dario Amodeis Schilderungen nutzte Alibaba eine Methode namens „Distillation“, um durch Millionen automatisierter Interaktionen schwächere eigene Modelle mit den Outputs der fortschrittlichen Claude-Plattform zu trainieren. Für den Technologie-Unternehmer und sein hochbewertetes KI-Startup stehen bei diesem Konflikt nichts Geringeres als der Schutz des eigenen geistigen Eigentums und die technologische Marktführerschaft auf dem Spiel.
Wie begründet Dario Amodei die schweren Vorwürfe gegen Alibaba und die Qwen-Labore?
Tatsächlich scheinen die Beweise, die Dario Amodei und sein Team in diesem Kontext zusammengetragen haben, eine Kampagne von enormem Ausmaß zu dokumentieren. So erstreckte sich dieser „Angriff“ über den konkreten Zeitraum vom 22. April bis zum 5. Juni 2026. In dieser Zeit generierten Akteure, die mit Alibaba und dessen KI-Labor Alibaba Qwen in Verbindung gebracht werden, mehr als 28,8 Millionen Interaktionen mit dem Claude-System.
Zur Verschleierung dieser Datenspionage mussten für diese riesige Menge an Abfragen fast 25,000 betrügerische Benutzerkonten erstellt werden. Das Management des KI-Pioniers betont in diesem Zusammenhang, dass diese systematische Wissensextraktion gezielt darauf ausgelegt war, Chinas Fähigkeiten beim Erreichen der hochentwickelten Fähigkeiten von Anthropics „Mythos Preview“-Modell künstlich zu beschleunigen.
Da Jack Mas Konzern auf Anfragen im Kontext dieser Vorfälle nicht reagierte, sah sich Dario Amodei gezwungen, den direkten Weg zu den politischen Entscheidungsträgern in Washington zu gehen und ein zweiseitiges Schreiben zu verfassen, das am 10. Juni den Senatoren Tim Scott und Elizabeth Warren vorgelegt wurde, die den Vorsitz des Bankenausschusses des US-Senats innehaben – unmittelbar vor einer geplanten Anhörung zum Thema künstliche Intelligenz.
Datenanalyse zum Alibaba-Angriff auf Anthropic
- ➤Zeitfenster der Kampagne – Der gezielte Datenraub fand zwischen dem 22. April und dem 5. Juni 2026 statt.
- ➤Massives Austauschvolumen – Die Angreifer generierten über die Claude-Schnittstelle mehr als 28,8 Millionen Abfragen.
- ➤Infrastruktur der Angreifer – Für die Durchführung der Operation wurden nahezu 25.000 gefälschte Accounts registriert.
- ➤Urheber der Extraktion – Die Aktivitäten werden den Betreibern von Alibaba und dem KI-Labor Alibaba Qwen zugeschrieben.
Welche früheren Kampagnen zur Wissensextraktion machten Dario Amodei bereits öffentlich?
Der aktuelle Vorfall ist jedoch leider bei weitem nicht der erste seiner Art. So hatte die Sicherheitsabteilung von Dario Amodeis Unternehmen beispielsweise schon im Februar eine ähnliche Kampagne des chinesischen KI-Startups DeepSeek aufgedeckt, dessen kostengünstiges KI-Modell im Januar 2025 Schockwellen durch die globale Technologiebranche gejagt hatte und seinerzeit über 150.000 illegitime Interaktionen umfasste.
Dario Amodei warnte damals schon, dass auch zwei weitere chinesische KI-Labore intensiv an der Extraktion von Claude-Fähigkeiten beteiligt waren und nannte ganz konkret die Unternehmen Moonshot AI mit über 3,4 Millionen und MiniMax mit mehr als 13 Millionen Interaktionen. Nach Einschätzung des Anthropic-Teams nehmen Angriffe dieser Art kontinuierlich an Intensität und technologischer Raffinesse zu, weshalb die Geschäftsführung bereits frühzeitig ein schnelles, koordiniertes Handeln zwischen Industriepartnern, politischen Entscheidungsträgern und der globalen KI-Gemeinschaft sowie einen verstärkten Austausch von Bedrohungsanalysen mit staatlichen Stellen forderte, um dieser wachsenden Bedrohung für die gesamte Branche Herr zu werden.
Wie beeinflussen die US-Handelsrestriktionen die globale Produktstrategie von Dario Amodei?
Die geopolitischen Spannungen rund um den Diebstahl geistigen Eigentums, den das Weiße Haus bereits im April als industriemäßige Spionage durch China verurteilte, haben nun auch direkte, schmerzhafte Konsequenzen für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens, denn obwohl das Pentagon Alibaba in diesem Monat auf eine schwarze Liste chinesischer Unternehmen mit Militär-Verbindungen setzte (wir berichteten hier) – eine Einstufung, gegen die sich der chinesische Konzern gerichtlich wehrt – und das Handelsministerium DeepSeek trotz nationaler Sicherheitsrisiken vorerst von einer Handels-Blacklist verschonte, geriet Anthropics eigene Technologie ins Visier der US-Bürokratie.
Schließlich verhängte das US-Handelsministerium am 12. Juni, also nur zwei Tage nach dem Absenden des Briefes, weitreichende Exportbeschränkungen für die neuesten Modelle „Mythos“ und „Fable“, da die US-Behörden befürchteten, dass diese hochentwickelten Systeme vom militärischen Geheimdienst in China oder anderen Staaten missbraucht werden könnten – eine Entscheidung, welche Dario Amodei und seine Führungsriege zu dem drastischen Schritt zwang, den globalen Zugriff auf diese Spitzenmodelle komplett zu deaktivierten, was wiederum die wirtschaftliche Expansion des Unternehmens in erheblichem Maße ausbremst.
Geopolitischer Kontext und betroffene KI-Akteure
- ◆Umfang früherer Vorfälle – MiniMax verbuchte über 13 Millionen und Moonshot AI über 3,4 Millionen illegitime Interaktionen.
- ◆Pentagon-Einstufung – Der E-Commerce-Konzern Alibaba wurde im aktuellen Monat offiziell als Unternehmen mit Militär-Verbindungen deklariert.
- ◆Regulatorischer Einschnitt – Das US-Handelsministerium erließ am 12. Juni restriktive Vorgaben für die High-End-Modelle des US-Anbieters.
- ◆Konsequenzen für Endnutzer – Die verhängten US-Exportrestriktionen erforderten eine weltweite Abschaltung der Modelle Mythos und Fable.
Dario Amodei steht vor der Herausforderung, die technologische Souveränität von Anthropic zu verteidigen
Dario Amodei muss angesichts der derzeitigen Situation einen schwierigen Balanceakt zwischen globalem Wettbewerb, staatlicher Regulierung und Cybersicherheit bewältigen, da die Entdeckung, dass chinesische Tech-Giganten offenbar die mühsam entwickelten KI-Modelle im großen Stil kopieren, direkt das Geschäftsmodell des amerikanischen KI-Pioniers bedroht.
Aufgrund der Tatsache, dass die US-Regierung darauf nun mit eigenen Verschärfungen der Exportbeschränkungen reagiert und damit den legalen weltweiten Vertrieb blockiert, wird Dario Amodei nun gewissermaßen gleich doppelt bestraft. Für den Unternehmenslenker zeigt diese Entwicklung jedoch auch, dass künstliche Intelligenz endgültig zu einem zentralen Schauplatz der globalen Geopolitik geworden ist. Nun müssen die kommenden Monate zeigen, ob die strategische Partnerschaft mit den Behörden ausreicht, um das geistige Eigentum effektiv zu schützen.
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