SPAC steht für Special Purpose Acquisition Company. Diese speziellen Firmen haben keinen operativen Geschäftsbetrieb, sondern bestehen einzig zu dem Zweck, Kapital von Anlegern einzusammeln und damit ein bestehendes Unternehmen zu kaufen. SPACs werden auch als „Blankoscheck-Unternehmen“ bezeichnet, weil Anleger im Vorfeld nicht genau wissen, in welches Unternehmen investiert wird.

SPACs sind seit einigen Jahren besonders in den USA populär geworden, doch auch in Europa steigt das Interesse. Prominente Investoren, darunter Bill Ackman oder Chamath Palihapitiya, haben dem Trend zusätzlichen Aufschwung verliehen. Doch was macht diese Investmentform so besonders – und welche Risiken birgt sie?

So funktionieren SPACs

  1. Gründung der SPAC: Eine Gruppe von Investoren – häufig erfahrene Unternehmer oder Fondsmanager – gründet eine SPAC und bringt diese über einen Börsengang (IPO) an die Börse. Dabei wird Kapital von Anlegern eingesammelt.
  2. Kapitalparken: Das eingesammelte Kapital wird in der Regel auf einem Treuhandkonto geparkt. Die Gründer der SPAC machen sich anschließend auf die Suche nach einem vielversprechenden Unternehmen, das übernommen werden soll.
  3. Übernahmeziel finden: Sobald ein geeignetes Unternehmen gefunden wurde, stimmen die Aktionäre der SPAC über die Übernahme ab. Wird die Übernahme abgelehnt oder kein Ziel innerhalb eines festgelegten Zeitraums (meist zwei Jahre) gefunden, erhalten die Anleger ihr investiertes Kapital zurück.
  4. Fusion und Handel: Nach der Fusion wird das Zielunternehmen automatisch an der Börse gelistet. Für Anleger bietet das eine Möglichkeit, frühzeitig in vielversprechende Firmen zu investieren, die sonst möglicherweise keine direkte Börsennotierung angestrebt hätten.

Warum sind SPACs so beliebt?

Der Boom von SPACs hat mehrere Gründe:

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Beispiele für SPACs

Einige bekannte Unternehmen sind über SPACs an die Börse gegangen und haben hohe Renditen erzielt. Dazu gehören:

Risiken von SPACs

So attraktiv SPACs für Anleger erscheinen mögen, sie sind keinesfalls risikolos:

Ein Beispiel dafür ist Nikola Motors: Das Unternehmen wurde zunächst hochgelobt, doch später kamen Vorwürfe über falsche Angaben ans Licht, was den Aktienkurs abstürzen ließ.

Wie kannst du in SPACs investieren?

  1. Aktien von SPACs kaufen: Du kannst SPAC-Aktien direkt über die Börse erwerben. Dabei solltest du auf die Gründer der SPAC und ihre Erfolgsbilanz achten.
  2. Investieren nach der Zielankündigung: Einige Anleger warten ab, bis die SPAC ein Übernahmeziel bekannt gibt. Das reduziert das Risiko, allerdings steigen die Kurse oft bereits nach der Ankündigung.
  3. Diversifikation nutzen: Investiere nicht nur in eine einzelne SPAC, sondern verteile dein Kapital auf mehrere Projekte. Das hilft, Risiken zu streuen.

SPACs: Ein spannendes, aber spekulatives Investment

SPACs bieten eine interessante Möglichkeit, frühzeitig in Unternehmen zu investieren, die sonst nicht an der Börse gelistet wären. Doch diese Investmentform erfordert auch ein gewisses Risikobewusstsein. Bevor du in SPACs investierst, solltest du dich gründlich informieren und nicht nur dem Hype folgen. So kannst du Chancen nutzen, ohne unnötige Risiken einzugehen.